Die 21-jährige Antonia Schüßler aus Schnaitheim wurde erstmals zur Sportlerwahl des Jahres 2021 nominiert und erreichte mit 580 Stimmen den zweiten Platz. NOISE-Autorin Pia S. Maier hat mit ihr über Überwindungskraft, Durchhaltevermögen und die Freude am Laufen gesprochen.

Herzlichen Glückwunsch erst einmal zur erreichten Platzierung bei der diesjährigen Sportlerwahl 2020! Was bedeutet die Platzierung für dich?

Die Wahl ist für mich das absolute Highlight des vergangenen Jahres. Als ich die Nachricht von meiner Nominierung erhielt, habe ich mich unglaublich gefreut. Dass so viele für mich abgestimmt haben, macht mich unfassbar glücklich und ich bin stolz, den 2. Platz erreicht zu haben. Das gibt mir einen zusätzlichen Ansporn und ehrt mich ungemein. Ich hoffe, dass ich kommendes Jahr wieder dabei sein darf!

Wie bist du zum Laufsport gekommen?

Zum Laufsport bin ich durch meinen Vater gekommen. Mein Glück, denn sonst wäre ich bestimmt nie zum Laufen gekommen. Anfänglich habe ich ihn immer wieder mit dem Fahrrad beim Laufen begleitet und später etappenweise versucht mitzulaufen. Daraufhin konnte ich meine Strecken und die zugehörigen Zeiten immer weiter steigern und verbessern. Ein Läufersprichwort besagt: „Wer einmal begonnen hat, regelmäßig zu laufen und dies länger als 30 Minuten am Stück problemlos kann, hört nie mehr damit auf“. Genau so war das dann auch bei mir. Ich bin mir sicher, dass der Laufsport in meinem Leben immer eine Rolle spielen wird.

Was motiviert dich zum Laufen? Gibt es Momente, in denen du dich selbst überwinden musst?

Meistens benötige ich wenig Überwindungkraft Laufen zu gehen, zum Glück. (lacht) Oft gehe ich auch schon morgens im Dunkeln vor der Arbeit oder nachmittags bei strömenden Regen. Im Normalfall gibt es dabei keine Ausreden. Ich laufe einfach aus Leidenschaft und es gehört für mich mittlerweile einfach zum Alltag dazu.

Natürlich gibt es Trainingseinheiten, bei denen ich mich trotz Allem überwinden muss. Beispielsweise einem schnellen Tempolauf. Dafür brauch ich dann einfach gute, motivierende Musik und dann klappt das auch!

Was bedeutet dein Verein TSG Schnaitheim für dich?

Der TSG Schnaitheim ist für mich eine unglaubliche Unterstützung. Ich bin so happy Mitglied in diesem Verein zu sein. Ich verstehe mich super mit allen Mitgliedern und schon von Anfang an war ich mir sicher, dass dieser Verein der Richtige für mich ist.

Wo läufst du am liebsten? In Schnaitheim?

Am liebsten laufe ich in der Natur, besonders im Wald. Der Steinbruch in Schnaitheim oder einige Strecken im Wald Richtung Tauchenweiler sind meine absoluten Favoriten. Natürlich kann ich auch zu einem morgendlichen Lauf im Urlaub am Strand nicht Nein sagen.

Wie war dein sportliches Jahr trotz Corona?

2020 fehlten mir klar die Wettkampfläufe. Ich habe beim Training eigentlich immer ein Laufevent vor meinem inneren Auge. Leider hatte ich 2020 teilweise mit Knieproblemen zu kämpfen. Dadurch war ich gezwungen, Pausen einzulegen.

Was waren besondere Highlights in deiner Lauf-Karriere?

Die größten Highlights waren für mich ganz klar die Vize-Platzierung zur Sportlerin des Jahres 2020! Weitere Höhepunkte waren die Läufe, bei denen ich als erste Frau ins Ziel kam. Das war zum Beispiel beim Frühlingslauf in Schnaitheim oder beim Maultaschenlauf in Nattheim im vergangenen Jahr der Fall.

Was sind deine Tipps für Laufeinsteiger, um erfolgreich auch kleine Strecken zu meistern?

Mein Tipp ist es, etappenweise und langsam anzufangen. Man sollte sich auf keinen Fall zu viel vornehmen. Teilweise ist es hilfreich, abwechselnd zu gehen und zu joggen. Und gute Musik darf auf keinen Fall fehlen!

Worauf kommt's beim Laufen an?

Das Wichtigste beim Laufen ist die Konsequenz. Schneller wird man nur, wenn man regelmäßig läuft. Zudem benötigt man viel Willenskraft und Durchsetzungsvermögen! Manchmal bedarf es aber auch Ablenkungsmanöver. Zum Beispiel wenn man während eines Laufs an die etlichen Kilometer denkt, die vor einem liegen und man eigentlich schon denkt, dass man nicht mehr kann. Ich selbst höre oft Musik, manche lenken sich aber auch mit Podcasts ab.

Du sprichst immer wieder von Musik die dich beim Laufen motiviert. Was hörst du denn da? Bei welchem Lied gibst du nochmal richtig Gas?

Prinzipiell gibt es da kein spezielles Lied. Ich erstelle mir für jeden Wettkampflauf eine Playlist aus den aktuellen Hits. Meistens sind das dann „schnellere Lieder“ oder einfach Lieder, die gute Laune machen. Schön ist es dann auch, die Playlists Jahre später wieder anzuhören. Da kann ich mich an den ein oder anderen Lauf zurückerinnern. Beispiele für meine liebsten Laufsongs sind Djaja von Aya Nakamura, Power over me von Dermot Kennedy oder Cherryade von Polina Vita.

An was denkst du sowohl im Training als auch beim Wettkampf? Was erhoffst du dir von der kommenden Saison?

Ich hoffe, dass 2021 endlich wieder Wettkämpfe stattfinden können. Aber auch ganz klar, dass ich körperlich fit bleibe und ohne Verletzungen durch das Jahr komme. Außerdem möchte ich meine Bestzeit von unter 40 Minuten auf zehn Kilometer erreichen.

Wir danken Antonia Schüßler für das Interview und wünschen ihr weiterhin viel Erfolg bei ihrer Laufkarriere!