Oh Sommer, ich schau verzweifelt dabei zu wie du dich langsam golden färbst. Ich sammle deine Blätter und hab die Taschen voller Herbst.

Ich bin goldener als du, aber ich bin der Abschied. Ich bin die Differenz, die Verstimmung, der große Unterschied. Ich bin ein schönes Lied. Aber vielleicht das schwächste Glied.

Vielleicht sind meine Farben mittlerweile wieder modisch, Aber mein Klang, das weiß ich sicher, ist leider unmelodisch. Irgendwas zwischen nichtig und wichtig, Aber meine Reime, die reimen sich nicht so richtig.

Ich bin irgendwo dazwischen, Habe keinen bestimmten Ort, vielleicht bin ich heute hier gewesen, aber sobald du es weißt, bin ich wieder fort. Vielleicht bin ich frei, aber trotzdem schwer wie Blei. Wenn ich eine Zeitform wäre, wäre ich das Futur II.

Nochmal zurück zur Freiheit, denn sie wird sobald ich es weiß, vergangen sein. Deshalb muss es zeitlich richtig heißen: Ich werde frei gewesen sein. Ich hoffe ich bin ein goldener Moment an dem flüchtigen Ort deiner Erinnerung. Und wenn du morgen aufwachst zwischen Sonnenschein und Dämmerung, wird dir klar, dass zu gehen nicht meine Absicht war. Und bevor die Erinnerung an mich in diesem Sonnenschein verbrannt ist, hoffe ich, dass du mich irgendwo in diesem Dazwischen lieben lerntest.

Der Abschied ist immer am schwersten zu ertragen, aber wie du siehst, gibt es über ihn am meisten zu sagen.

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