Steinheim / Carolin Wöhrle Zufällig hat eine Fotofalle im Wald ein Tier aufgenommen, das sich als Wolf herausstellen könnte.

Zieht ein Wolf derzeit durch den Wald um Steinheim? Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg (FVA) hat das Umweltministerium am Mittwoch über ein zwei Tage zuvor von einer Fotofalle aufgenommenes Bild informiert. Die Experten der FVA halten es nach derzeitigem Kenntnisstand für wahrscheinlich, dass auf dem Foto ein Wolf zu sehen ist.

Wegen der schlechten Bildqualität lässt sich laut Umweltministerium aber noch keine gesicherte Aussage treffen. Die FVA wird den Vorgang weiter untersuchen und hierzu auch vor Ort noch nach weiteren Spuren suchen, um den Verdacht belegen zu können.

Der Steinheimer Forst-Revierleiter Andreas Kühnhöfer ist gleichzeitig auch Wildtierbeauftragter beim Landratsamt Heidenheim. Auf HZ-Nachfrage erklärt er, wie es wohl zu der Sichtung gekommen ist: Ein Jäger hatte in seinem Revier eine Fotofalle installiert, um festzustellen, welche Art Wildscheine dort anzutreffen sind.

Zufälliger Schnappschuss

Rein zufällig wurde vor der Kamera ein Reh gerissen. Das Tier, das zusätzlich auf dem Foto zu sehen ist, könnte ein Wolf sein. „Zu dem Zeitpunkt, als wir dann vor Ort waren, war von dem Reh leider nicht mehr viel übrig. Zudem waren unter anderem Füchse dort gewesen“, erklärt Kühnhöfer.

Dass durch eine DNA-Analyse nun noch zweifelsfrei festgestellt werden kann, dass es sich tatsächlich um einen Wolf handelt, hält der Wildtier-Beauftragte für „eher unwahrscheinlich“.

Dennoch: Am Donnerstag sollen im Laufe des Tages Experten der Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg nach Steinheim kommen, um den Ort des Geschehens weiter zu untersuchen. Die FVA ist für das Wolfsmonitoring in Baden-Württemberg zuständig.

„Einzelne Wölfe, die durch ein Gebiet ziehen, sind nichts Ungewöhnliches“, sagt Revierleiter Kühnhöfer. Dennoch hat das Umweltministerium die Nutztierhalterverbände vorsorglich über den Verdacht informiert.

Auch an etwaigen Geldern für ansässige Landwirte und Schäfer zum zusätzlichen Schutz ihrer Herden würde sich laut Andreas Kühnhöfer zunächst einmal nichts ändern - selbst wenn sich der Wolfsverdacht bestätigen sollte: „Erhöhte Förderungen und die Pflicht für erhöhte Schutzmaßnahmen greifen erst dann, wenn sich ein Wolf nachweisbar mindestens ein halbes Jahr lang in demselben Gebiet angesiedelt hat.“