Steinheim / Carolin Wöhrle An der Hellensteinstraße sollten mehrstöckige Gebäude entstehen. Der Gemeinderat will erst einen Dorfentwicklungsplan abwarten.

Eigentlich hätte in der Steinheimer Gemeinderatssitzung der Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan Hellensteinstraße gefasst werden sollen. Eigentlich. Soweit kam es allerdings gar nicht erst. Gleich zu Beginn der Sitzung stellte Gottfried Braun (FWV) den Antrag, diesen Punkt von der Tagesordnung zu nehmen. Der Grund: Der frisch gewählte zukünftige Bürgermeister Holger Weise hatte versprochen, einen Dorfentwicklungsplan zu erstellen. Diesen wolle man abwarten. „Wir wollen ein Konzept haben, das festlegt, wo wir mehrgeschossige Wohnbebauung zulassen wollen und wo nicht“, so Brauns Begründung. „Aus unserer Sicht wäre es falsch, wenn wir jetzt mit einer schnellen Entscheidung die Entwicklung des Ortes bremsen.“

Projekt erst im Juli genehmigt

Von Anfang an hatte es auch in den Reihen des Gemeinderats Kritik an dem geplanten, zweigeteilten und mehrgeschossigen Mehrfamilienhaus mit Flachdach gegeben. Dass die Entscheidung über Brauns Antrag am Ende dann aber so deutlich ausfiel, war nicht abzusehen: 23 dafür, eine Enthaltung. Dass überhaupt ein Bebauungsplan aufgestellt werden sollte, hatte der Gemeinderat in einer Sitzung im Juli hingegen mehrheitlich beschlossen – mit nur einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen.

Damit sind nun die Pläne der Steinheimer Projektbau GmbH, die das Grundstück bereits im April erworben hatte, jedenfalls erst einmal auf Eis gelegt – wenn es nach dem Gemeinderat geht, solange bis ein Dorfentwicklungsplan für Steinheim steht. Gemessen daran, dass der neue Bürgermeister Holger Weise erst im Januar sein Amt antreten wird, kann sich das noch lange hinziehen.

Claus Haselmaier ist Geschäftsführer der Steinheimer Projektbau GmbH. Die Entscheidung des Gemeinderats hat ihn – gelinde ausgedrückt – doch sehr überrascht. „Wir hätten gerne die Gelegenheit bekommen, den Bebauungsplan durch die Auslegung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“ Bedenken der Steinheimer Einwohner hätten dann vorgebracht werden können.

„Wir wussten natürlich bereits, dass es speziell vonseiten der direkten Anwohner Vorbehalte und Bedenken gibt“, sagt Haselmaier. „Denen sind wir aber bereits durch die Anpassung des Bebauungsplans begegnet.“ Anstatt der vorher vier Geschosse sind im aktuellen Plan drei Geschosse vorgesehen, anstatt 22 Wohnungen nur noch 16.

Die Frage ist nun: Wie geht es weiter? „Wir wollen das Projekt weiterverfolgen“, stellt Haselmaier klar, „und zwar gemeinsam mit der Verwaltung, dem Gemeinderat und im Dialog mit den Anwohnern“. Auf ein Dorfentwicklungskonzept zu warten, ist für das Unternehmen derzeit aber schwer vorstellbar: „Das können wir eigentlich nicht. Das ist ein kaum vertretbarer zeitlicher Horizont.“

Was ist geplant?

Die Steinheimer Projektbau GmbH würde auf dem Gartengrundstück an der Hellensteinstraße gerne ein zweigeteiltes Wohngebäude bauen.

Vorgesehen wäre eine dreigeschossige Bauweise. Insgesamt sind 16 Wohneinheiten geplant. Im ersten Entwurf waren noch 22 vorgesehen.

Als Dachformen sind begrünte Flachdächer geplant.