Wegen mutmaßlicher Schwarzarbeit hat die Staatsanwaltschaft Ellwangen ein Strafverfahren gegen den Autozulieferer Fysam in Steinheim und Böhmenkirch eingeleitet. Das bestätigt ein Pressesprecher des Hauptzollamts Ulm auf HZ-Nachfrage. Zunächst hatte „SWR Aktuell“ darüber berichtet. Konkret, so heißt es von Seiten des Zolls, richtet sich der Vorwurf gegen zwei Personen. Nähere Details sind derzeit noch nicht bekannt.

Wie der „SWR“ berichtet, hatte der Zoll nach einer mehrwöchigen Prüfung belastbare Hinweise entdeckt. Nun liegt der Fall bei der Staatsanwaltschaft. Um wie viele Mitarbeiter es sich handelt, die nicht korrekt angemeldet gewesen sein sollen, ist noch nicht bekannt.

Sieben Tage die Woche, zehn Stunden am Tag

Rund 300 Mitarbeiter hatten am Steinheimer Standort Ende September die Arbeit zeitweise niedergelegt und gegen die Arbeitsbedingungen protestiert. Die Rede war von „unerträglichen Zuständen“ und „ausbeuterischen Verhältnissen“.

Warnstreik bei Automobilzulieferer Fysam in Steinheim

Bildergalerie Warnstreik bei Automobilzulieferer Fysam in Steinheim

Schon zu dieser Zeit wurde von möglicher Schwarzarbeit berichtet: Vor allem chinesische Mitarbeiter sollen teilweise sieben Tage die Woche und mehr als zehn Stunden täglich arbeiten, wobei der Betriebsrat in Frage stellte, ob die Betroffenen überhaupt über einen Arbeitsvertrag verfügten.

Auf HZ-Nachfrage hatte das Unternehmen, das zum chinesischen Konzern Fuyao gehört, schriftlich versichert, dass man die Vorwürfe bezüglich der Arbeitszeit ernst nehme, ohne Wissen des Betriebsrates aber keine Mitarbeiter beschäftigt würden.

Steinheim