Lange ist es her, dass in der Ära von Pfarrer Johannes Taut in der evangelischen Kirchengemeinde darüber diskutiert wurde, die alte Pfarrscheuer einer neuen Nutzung zuzuführen. Außerdem war eine Zeitlang sogar erwogen worden, in dem heute mit Wohnblocks bebauten Pfarrgarten ein kleineres Gemeindezentrum zu errichten, in dem sonntags die Kinderkirche stattfinden kann.

Aus unterschiedlichen Gründen verliefen diese Pläne letztlich im Sand. Pfarrer Taut sorgte sich vor möglichem Trubel, der vor allem in den Abendstunden von dem Bauwerk im Pfarrgarten ausgehen könnte. Besagtes Gebäude sollte überdies eine Wohnung beinhalten, da in jenen Zeiten in der großen Petersgemeinde (3600 Mitglieder) ja auch immer wieder ein Vikar in Ausbildung tätig war.

Eine Wohnung wäre jetzt wieder dringend nötig, da der Umbau und die Modernisierung des Pfarrhauses noch nicht begonnen wurden, und der neue Pfarrer Gerd Steffens folglich anderweitig zur Miete wohnen muss. Vermutlich wird die Investitur deshalb erst im nächsten Frühjahr gefeiert.

Als unlängst Dekan Gerd Häußler im Kirchengemeinderat seine Aufwartung machte, kam er auf die Pfarrscheuer neben dem Pfarrhaus zu sprechen. Das Gebäude würde sich zum Ausbeinen und innen neu aufbauen lohnen. Die Kirchengemeinde hätte dadurch Mieteinnahmen, also „eine echte Win-Win-Situation und eine lukrative Geldanlage“, formulierte Häußler. Neben einer Vier-Zimmer-Wohnung wären in dem großen Gebäude noch genug Räume für Einlagerungen nutzbar.

Ein verlässlicher Mieter

Die Sozialstation Heidenheimer Land und die Sozialstation Steinheim könnten im Erdgeschoss der Pfarrscheuer ein neues Hauptquartier errichten. Die Sozialstation wäre auf jedem Falle im Erdgeschoss ein verlässlicher Mieter, versicherte der Dekan. Er ließ anklingen, dass spätestens in drei Jahren die Sozialstation aus dem jetzigen Gebäude draußen sein wolle. Auch denke man nicht daran, an gleicher Stelle einen Neubau zu errichten. Eine energetische Aufrüstung des Gebäudes rechne sich nicht.

Über diese Ideen in puncto Pfarrscheuer wurde im Gremium zunächst nicht gesprochen. Kamen sie doch überraschend und sie haben sehr wohl einen Grund, wie Dekan Häußler dazu auf Nachfrage am anderen Tag näher ausführte: Das jetzige Zentrum der Sozialstation befindet sich an der Königsbronner Straße in einem vormaligen Musterhaus des Fertighaus-Unternehmens Fema. Es wurde in einer Zeit errichtet, als Wärmeisolierung noch nicht wirklich ein Thema war. Weil es im Keller an einer Rückstauklappe fehlt, kommen immer mal wieder übelriechende Kanalabwässer nach oben. Die Sozialstation Heidenheimer Land brauche in absehbarer Zeit ein neues Domizil, sagte Häußler.