Steinheim / Klaus-Dieter Kirschner Während der Osterferien werden in der Grundschule der Hillerschule Steinheim vor allem die lauten und die viel Dreck verursachenden Arbeiten ausgeführt.

In den Fluren der Grundschule der Philipp-Friedrich-Hiller-Schule wuseln jetzt nicht mehr die Kinder, sondern die Handwerker. Mit Hochdruck wird in den Osterferien an dem Programm zur energetischen und technischen Sanierung des Schulhauses gearbeitet.

Steinheims neuer Ortsbaumeister Markus Speier rechnet damit, dass die Bauarbeiten längstens bis Juli dauern. Diese Woche nun wurde die Rettungsrutsche demontiert, die am zweiten Stock angebracht war und auf dem Schulhof endete. Im Bauhof wird das Rettungsgerät die nächsten Wochen zwischengelagert. Die Handwerker können nach dem Verschwinden der Rutsche leichter vom Gerüst aus die Isolierarbeiten an der Fassade der vor Jahren erfolgten Gebäudeaufstockung vornehmen. Auch werden marode Fenster gegen neue ersetzt.

Vorübergehend ausquartiert wurde aus der Hiller-Schule der Namenspatron. Das einst mit Bürgerspenden unter Bürgermeister Manfred Bezler erstandene Gemälde, das den Liederdichter Philipp Friedrich Hiller zeigt, wurde durch Markus Speier eingelagert. Während der Bohr- und anderer Bauarbeiten soll dem Bildnis kein Schaden zugefügt werden.

Solche Arbeiten wurden an der Südseite der Grundschule in den vergangenen Monaten bereits ausgeführt.

3,35 Millionen Euro Kosten

Das noch verbliebene Arbeitspensum ist sportlich und möglichst viel soll in den Osterferien laufen, denn während des Schulbetriebs ist nicht alles, da störend, machbar. Insgesamt kostet die Sanierung der Grundschule – samt energetischer Aufrüstung – 3,35 Millionen Euro. Im sogenannten Kopfbau wurden noch im vergangenen Jahr nach der Ausquartierung der Schulküche Räume für die Ganztagsbetreuung verwirklicht.

Die Elektroinstallation wird komplett erneuert. Es gibt eine neue Beleuchtung und durch den Einbau von „Odenwaldecken“ eine merkliche Reduzierung des Lärms. Wärmedämmverbundsysteme werden eingebaut und drosseln in Zukunft den Energiebedarf.

Nun ist die Grundschule noch nicht behindertentauglich. Es gibt neben dem Haupteingang eine Nische im Gebäude, dort wird ein Aufzug eingebaut, wie man ihn auch im Rathaus hat und der die Barrierefreiheit sicherstellen wird.

Komplett erneuert werden die Sanitäranlagen im Erdgeschoss und um ein Behinderten-WC erweitert. Was mit dem Altbau geschieht, in dem sich Lehrerwohnungen, ein paar Klassenräume und das Schulmuseum befinden, ist noch unklar, sagte Speier auf Nachfrage. Auf dem ehemaligen Grundstück Mack – südlich der neuen Mensa – liegen die „Gerippe“ der Pausenhofüberdachung. Sobald die Arbeiten an der Grundschule erledigt sind, kommt das Dach samt der speziellen Glaseindeckung wieder zurück.

Raumnot mit Grundschulbau gelöst

Mitte der 1950er-Jahre war Steinheim durch Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen dermaßen gewachsen, dass das bisherige Schulhaus nicht mehr ausreichte und Pläne zur Abhilfe angestellt wurden. Das jetzige Grundschulgebäude war das Ergebnis aller Arbeiten von Architekt Karl Sanwald auf dem Reißbrett.

Der damalige Schulleiter und spätere Schulamtsdirektor in Ulm, Erwin Domay, und das Lehrerkollegium warben bei Bürgermeister Manfred Bezler dafür, die Schule nach dem einstigen Liederdichter Philipp Friedrich Hiller zu benennen. Es dauerte dann von 1954 bis 1958, bis die Baupläne umgesetzt waren und die Namensgebung erfolgen konnte.

Für den Neubau musste ein altes Schulgebäude weichen, das auf dem heutigen Vorplatz der Peterskirche stand und über keine Sanitäranlagen verfügte. Auf dem heutigen Verkehrsübungsplatz der Schule befand sich ein primitives Sanitärgebäude, das mit der Eröffnung der heutigen Grundschule während einer großen Pause durch den Bauhof mittels Drahtseil und Unimog eingerissen wurde. kdk