Persönlich, so Steinheims Bürgermeister Holger Weise am Dienstagabend in der Gemeinderatssitzung, sei er überzeugt von der Idee des Carsharing. Doch diese Überzeugung teilt der allergrößte Teil der Steinheimer offenbar nicht. Noch nicht: „Vielleicht ist die Zeit bei uns auf dem Land einfach noch nicht gekommen.“ Dass das so ist, zeigen die Nutzerzahlen: Nur 22 Nutzerkarten wurden ausgegeben. Eine davon gehört der Gemeinde selbst, die eines der beiden Hybrid-Fahrzeuge fürs Bürgermobil verwendet. Die Auslastung der beiden Autos lag laut Weise durchschnittlich bei gerade einmal 3,61 Prozent. Entsprechend stehen auch die Kosten, die sich für die Gemeinde auf 1142 Euro im Monat summieren, in keinem Verhältnis. Auch für das zuständige Autohaus entstehen Kosten.

Eine einfache Rechnung

Somit war es im Grunde genommen auch eine recht einfache Rechnung, die vor den Gemeinderatsmitgliedern auf dem Tisch lag. Einstimmig beschlossen sie deshalb, das Carsharing-Angebot wieder einzustellen. „Es ist eindeutig“, so Guido Rieberger (CDU): „Es ist kein Bedarf da. Es war ein netter Versuch, aber es ist momentan offenbar doch noch eher etwas für die Stadt.“ Anders allerdings sehe das beim Bürgermobil der Gemeinde aus: „Es wird immer stärker angenommen“, konstatierte Rieberger, der selbst ehrenamtlicher Fahrer des Bürgermobils ist.

Genau deshalb soll dieses Angebot der Gemeinde, bei dem an zwei Tagen in der Woche Fahrzeug samt Fahrerin oder Fahrer gebucht werden können, erhalten bleiben. Auch hier war sich das Gremium einig. Bis ein entsprechendes neues Fahrzeug von der Gemeinde beschafft oder geleast werden kann, soll eines der beiden Carsharing-Autos, das am Standort Steinheim, weiterhin für diesen Zweck genutzt werden.

Bürgermobil: Elektro oder Hybrid?

Etwas Uneinigkeit herrschte am Dienstagabend bei der Frage, ob es sich beim neuen Auto erneut um ein Hybrid- oder um ein reines Elektro-Auto handeln soll. Gemeinderat Guido Rieberger gab hier das Stimmungsbild aus der Reihe der Bürgermobil-Fahrerinnen und -Fahrer weiter: Hier tendiere man stark zu einem Hybrid-Fahrzeug. Mit Nachdruck aber bat Mechthild Freist-Dorr (Die Grünen) darum, sich zumindest noch einmal intensiv mit den Angeboten für reine Elektro-Fahrzeuge zu beschäftigen.

So wird es nun auch kommen: Die Gemeinde wird Angebote mit beiden Antriebsarten prüfen. Erneut soll das Fahrzeug aber in jedem Fall eine erhöhte Sitzposition und ausreichend Stauraum, etwa für den Transport eines Rollators, bieten. Am Ende sei auch nicht ausgeschlossen, so Bürgermeister Weise, dass die Entscheidung anhand der Lieferzeiten getroffen werden müsse.