So ein Gemeinderat muss sich ja schon mit allerlei komplexen Themen auseinandersetzen: mit Flächennutzungsplänen, Tiefbau, Hochbau, mit Vergaberecht und Wirtschaftsplänen. Völlig logisch, dass da nicht jedes Mitglied immer Expertenwissen mitbringt und etwas dazu sagen kann. Doch es gibt ein Thema, zu dem kann hierzulande fast jede und jeder etwas beitragen: die Anschaffung eines Autos. Das haben sie alle schon einmal selbst getan, was man vom Ausarbeiten des Satzungsbeschlusses einer Flächennutzungsplanänderung oder einer Belagsanierung mit Bitumen nicht unbedingt behaupten kann.

Kauf des Steinheimer Bürgermobils: Das muss ausdiskutiert werden

Die Gemeinde Steinheim möchte nun also ein Auto beschaffen. Nicht nur irgendein Auto, nein, ein Auto fürs Bürgermobil. Und egal, ob nun Bürgermobil oder die neue Familienkutsche: Der Kauf eines Pkw ist eine ernste Angelegenheit, die ausdiskutiert werden muss – und zwar gründlich. Im Gemeinderat wie in der Familie: beides Mal in großer Runde. Und in beiden Fällen sind häufig Menschen an der Diskussion beteiligt, die das Auto selbst gar nicht fahren werden. Egal, mitgeredet werden muss trotzdem.

Zur Auswahl standen nun in der jüngsten Steinheimer Gemeinderatssitzung also drei Autos: der Citroen e-Berlingo M, der Ford Kuga Titanium Sports und der Ford Kuga 2.0 Eco Blue. Einmal voll elektrisch, zweimal Plug-in-Hybrid. Wobei: Stimmt gar nicht, stellte sich im Verlauf der Diskussion heraus. Nummer drei ist gar kein Plug-in-Hybrid (obwohl es so im Angebot steht), sondern ein sogenannter Mild-Hybrid, der gar nicht rein elektrisch fahren kann und dazu noch mit dem Teufelszeug Diesel betankt wird. Gut, dass einer der Gemeinderäte (Fabian Birkhold, CDU) hauptberuflich Autos verkauft und so etwas weiß. Nummer drei flog also von der Liste.

Diskussion im Steinheimer Gemeinderat: zwei Autos und so viele Fragen

Blieben zwei Autos und viele offene Fragen: Wie geräumig ist das Auto? Wo wird das Ding betankt? Wo steht das nachts (jeweils Guido Rieberger, CDU)? Wer macht das sauber, wenn zwischendurch der Ortsbaumeister damit auf drei Baustellen unterwegs ist und mit seinen dreckigen Baustellen-Schuhen die neuen Fußmatten einsaut (Thorsten Schulze, CDU)? Kaufen oder Leasen (Guido Rieberger, CDU)? Kaufen ist günstiger, aber bindet man sich dann nicht an ein Auto mit einer Technik, die sich in den kommenden Jahren noch weiterentwickeln wird (Mechthild Freist-Dorr, Die Grünen)?

Überhaupt die Technik: Was denn nun? Voll elektrisch oder Hybrid?

Tja, wie im Familienrat kommt es auch im Gemeinderat vor, dass sich die Diskussion etwas verselbstständigt und in die Länge zieht. Und wie auch in der Familie ist es in der Lokalpolitik hin und wieder von Nöten, dass jemand ein Machtwort spricht. In diesem Fall war das Gemeinderat Mathias Brodbeck (Freie Wählervereinigung), der die am Ende entscheidenden Fragen stellte: „Sieht sich die Verwaltung in der Lage, selbstständig ein Auto zu erwerben? Und sieht sie sich in der Lage, dem Gemeinderat zu sagen, welches Auto sie gerne hätte?“

Ja, das tat sie: den voll elektrischen Citroen e-Berlingo M würde sie gerne kaufen. 14 waren dafür, sieben dagegen. Am Ende ging‘s also doch ganz schnell. Was man von der Lieferung des Autos im Übrigen nicht behaupten kann. Lieferzeit: circa sechs Monate.

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