Steinheim / Gerhard Stock Die bereits vollzogene Umgestaltung der ehemaligen Söhnstetter Gaststätte in ein Wohnhaus stößt in einer Sitzung auf Kritik.

„Wieder einmal“, so beklagte Ratsmitglied Mathias Brodbeck am Dienstagabend im Sitzungssaal des Rathauses, bekomme der Gemeinderat zur Genehmigung ein Bauvorhaben präsentiert, das längst in Angriff genommen und schon weitgehend realisiert worden sei. „Die machen dort doch schon ein Jahr rum und wohnen zum Teil schon drin“, stellte er sichtlich verärgert weiter fest und kündigte an, der nun offiziell beantragten Nutzungsänderung „aus Prinzip“ nicht zuzustimmen. Am Ende kurzer Diskussion gab es dann insgesamt zwei Gegenstimmen und auch zwei Enthaltungen.

In großer Mehrheit jedoch ließ das Gremium das Baugesuch zur Umwandlung des ehemaligen Gasthauses Rössle in ein Wohnhaus mit zwei Wohnungen anstandslos passieren. Bestandteil der Umgestaltung an der Kirchstraße 8 im Steinheimer Teilort Söhnstetten ist auch die Erneuerung bzw. Schaffung neuer Fenster in einer Grenzwand. „Äußerlich ändert sich nicht viel, das Projekt fügt sich zweifellos in die umgebende Bebauung ein“, lautete das Fazit von Bauamtsleiter Manfred Abele, der das Vorhaben kurz vorstellte (Umbau auf zwei Stockwerken zur Schaffung von zwei Wohnungen).

Mit Baugesuchen in einer Art Grauzone

Die Gemeinde jedenfalls habe keine Kenntnis davon, dass „irgendwas Unerlaubtes“ geschieht. Allerdings könne es sein, dass es noch Probleme wegen der Übernahme einer Baulast durch den „nördlichen Nachbarn“ gebe, der das nun offenbar nicht mehr wolle. Da wegen der Grenzbebauung ein normaler Abstand fehle, sei die aber notwendig. So könne es also letztlich durchaus passieren, dass aus behördlicher Sicht das Baugesuch zumindest teilweise als nicht genehmigungsfähig eingestuft werde.

Bürgermeister Olaf Bernauer äußerte sich dahingehend, dass man bei Baugesuchen immer wieder mal in eine Art Grauzone gerate. Letztlich aber sehe auch er in diesem Fall für den Gemeinderat und die Gemeinde keine rechtliche Handhabe, die eine Ablehnung des Antrags als gerechtfertigt erscheinen lassen.