Steinheim / Klaus-Dieter Kirschner Mit Gästen von nah und fern gedachte die evangelische Petersgemeinde des Steinheimer Liederdichters und Theologen Philipp Friedrich Hiller.

Ganz im Zeichen des Liederdichters Philipp Friedrich Hiller standen die Feierlichkeiten in der evangelischen Petersgemeinde Steinheim. Es jährte sich der Todestag des Seelsorgers zum 250. Mal. Dies war Anlass für Dr. Joachim Schnürle, in einem Vortrag die Frage zu beantworten: „Was würde Hiller uns heute sagen?“

Zum Festgottesdienst begrüßte Pfarrer Andreas Neumeister über 300 Besucher, die den Blechbläsern des Posaunenchors und dem Kirchenchor unter Leitung von Harald Geisler spontan Beifall klatschten, als die im wahrsten Sinne mit Pauken und Trompeten aufgeführte Choralkantate „Jesus Christus herrscht als König“ von Fritz Werner verklungen war.

In Anwesenheit des Kirchenchors aus Mühlhausen an der Enz, wo Hiller vor 320 Jahren geboren wurde, und im Beisein der Regionalbischöfin Gabriele Wulz griff der Pfarrer und Professor Bernhard Leube aus Hillers „Geistlichem Liederkästlein“ das Tageswort auf: „Betet ohne Unterlass“. Das sei Hiller ungemein wichtig gewesen.

Leube vom Amt für Kirchenmusik in der württembergischen Landeskirche nannte Philipp Friedrich Hiller „den wichtigsten Liederdichter des Pietismus“ und einen „glühenden Zeugen Jesu Christi“. Mit seinen großen Begabungen habe der stumme Prediger vom Albuch andere zum Singen gebracht: „Leider werden heute die traditionellen Lieder an den Rand gedrängt.“

Großes Interesse wurde im Anschluss an den Festgottesdienst der Ausstellung „Hiller im Turm“ entgegengebracht. Adalbert Feiler und Rudolf Körper hatten dort viele Fragen zu beantworten. Unter den Gästen waren auch der frühere Steinheimer Pfarrer Andreas Stiehler, der evangelische Dekan Dr. Karl-Heinz Schlaudraff, Bürgermeister Holger Weise und der katholische Pfarrer Alin Kausch.

Nicht voll besetzt war am Nachmittag der Bonhoeffersaal, als Dr. Joachim Schnürle als ausgewiesener Hiller-Experte den Bogen zwischen gestern und heute schlug. Ein besonderes Handicap für Hiller sei dessen 18 Jahre dauernde Stimmlosigkeit gewesen während seiner insgesamt beinahe 21 Jahre als Gemeindepfarrer in Steinheim. Dieses Kehlkopfleiden habe Hiller sehr zu schaffen gemacht. Die 1075 Lieder seien auch eine Art therapeutische Reimerei gewesen, vor allem aber zum Glaubenszeugnis geworden.