Offiziell eingeweiht wurde der neue Mehrgenerationen-Spielpark erst am vergangenen Dienstag, inoffiziell aber haben die Steinheimer selbst das bereits vor Wochen übernommen: Schon im Sommer war auf dem Gelände neben der Wentalhalle einiges los und das war auch an diesem sonnigen Herbsttag nicht anders, als sich nun einige Vertreter der Gemeinde und des Gemeinderats im Park versammelten, um ihn ganz offiziell seiner Bestimmung zu übergeben. Die Kinder jedenfalls, die die Spielgeräte in Beschlag genommen hatten, ließen sich von der kleinen Feier nicht weiter stören. Und so hielt auch Steinheims Bürgermeister Holger Weise seine Rede über das Kinderlachen im Hintergrund hinweg.

Spielplätze sind „alle Käse“

Zu verdanken haben die Steinheimer den neuen Spielpark im Prinzip einem kleinen Mädchen: „Wahlkampf ist ja immer ein wenig Wünsch-Dir-Was“, erzählte Weise nun bei der Eröffnung. Auf dem Wochenmarkt habe ihn vor vier Jahren im Wahlkampf ein kleines Mädchen darauf aufmerksam gemacht, dass die Steinheimer Spielplätze „alle Käse“ und „nur was für Babys“ seien. Einige Monate später dann war Weise tatsächlich neuer Bürgermeister und die Kritik der kleinen Steinheimerin hatte ihn nicht losgelassen.

„Nur was für Babys“ ist der neuen Spielpark jedenfalls nicht. Im Gegenteil: Der Mehrgenerationen-Spielpark soll, wie es der Name schon sagt, für alle Steinheimer jeglicher Altersklassen etwas zu bieten haben. Und das hat er auch: Angefangen von Rutschen und Schaukeln über das riesige Klettergerüst im Zentrum des Platzes bis hin zu Fitness-Geräten, dem (am Dienstag ebenfalls fleißig bespielten) Boule-Spielfeld und natürlich dem Beach-Volleyball- und Beach-Handball-Feld.

Volleyball-Feld sollte ursprünglich woanders sein

Der Steinheimer Gemeinderat hatte sich vor mehr als drei Jahren aufgeschlossen gezeigt, wenn es auch die ein oder andere Änderung gegeben hatte: Die wohl größte war die Verlegung des Beach-Volleyball-Feldes, das ursprünglich auf der Fläche hin zur Wohnbebauung an der Friedenstraße seinen Platz hatte finden sollen. Doch die Bedenken, dass sich die Anwohner gestört fühlen könnten, waren zu groß. Kurzerhand wurde das Feld also zwischen die Wentalhalle und das neue TV-Vereinszentrum verlegt. „Im Nachhinein war das die richtige Entscheidung“, so Weise am Rande der Einweihungsfeier. „Auch wenn es uns einiges mehr an Zeit und Geld gekostet hat.“

Apropos Kosten: Insgesamt hat der neue Mehrgenerationen-Spielpark knapp mehr als eine halbe Million Euro gekostet. Gefördert wurde das Projekt vom Leader-Förderprogramm mit mehr als 170.000 Euro.

Von der Leader-Geschäftsstelle Brenzregion war deren Leiter Markus Söhnlein nach Steinheim gekommen, um bei der Einweihung dabei zu sein. Er freute sich, dass „wir etwas Vernünftiges auf die Beine stellen konnten“, wobei immerhin bereits fast drei Jahre seit der ursprünglichen Antragsstellung auf Fördergelder vergangen seien. „Corona hat das alles nicht unbedingt einfacher gemacht“, so Söhnlein, der aber auch daran erinnerte, das künftige Antragssteller dafür wohl mit Steigerungen bei den Baukosten rechnen müssten.

Warum es länger gedauert hat und wieviel das alles am Ende gekostet hat, dürfte den jüngsten Steinheimern, die ihren Spielpark jetzt schon täglich nutzen, jedenfalls herzlich egal sein.

Was das kleine Mädchen vom Wochenmarkt zu ihrem erfüllten Wünsch-Dir-Was sagt, ist übrigens nicht bekannt.