Nur wenige Tage nach ihrem 105. Geburtstag starb am ersten Weihnachtsfeiertag Marie Katharine Pharion. Sie war die älteste Steinheimerin und seit Mitte November kränklich gewesen. Aus dem Grunde konnte auch Bürgermeister Holger Weise nicht – wie all die Jahre – mit Blumen und einem Geschenk seine Aufwartung machen.

Marie Katharine Pharion, gebürtige Langenbucher, war eine Ur-Steinheimerin. Der elterliche Hof stand einst am Brünnele und wurde 1966 an die Königsbronner Steige ausgesiedelt. Der jüngere Bruder hatte den Hof übernommen, während die Schwester nach Schnaitheim der Liebe wegen gezogen war. Am Brünnele wurde anstelle des Hofs ein Wohn- und Geschäftshaus hochgezogen, in dem früher sogar ein Coop vorhanden war und heute eine Eisdiele zu finden ist.

Drei Töchter und sechs Enkelkinder

Verheiratet war Marie Katharine Pharion mit Hans Pharion, der an der Brunnenstraße einen großen Bauernhof umtrieb. 1984 starb der Landwirt. Die beiden haben drei Töchter: Maria, Suse und Edeltraud. Inzwischen zählen zu den sechs Enkeln noch viele Urenkel.

Als das Paar die Landwirtschaft 1969 aufgab, verdiente sich Pharion bei Hartmann in der Gewebeabteilung in den Jahren von 1969 bis 1980 das Geld für den Lebensunterhalt. Sie selbst machte im hohen Alter einen vitalen Eindruck.

Ein lebendiges Geschichtsbuch

Bis zuletzt nahm Marie Katharine Pharion regen Anteil am Gemeindegeschehen, fand für dieses oder jenes Ereignis kritische Worte oder hatte Lösungsvorschläge. Zudem war sie quasi so etwas wie ein lebendiges Geschichtsbuch, aus dem so manche Episode abgerufen werden konnte. Auf die Weise wurden Erinnerungen geweckt an Einrichtungen oder Personen, die auf ihre Weise Steinheim geprägt haben.