Es ist bisweilen schon schwierig für den Normalbürger, die Äußerungen von Kommunalpolitikern nachzuvollziehen. Den Vogel in dieser Hinsicht hat aber ein Gemeinderat der Grünen bei den Haushaltsberatungen in Steinheim abgeschossen. Er plädierte dafür, den rechnerischen Schuldenbetrag pro Bürger seiner Heimatgemeinde von jedem Bürger einzufordern. Verwundert reibt man sich da die Augen, ob diese abstruse Idee ernstgemeint sein kann (was wohl der Fall war) oder ob nicht doch der 1. April eine Rolle spielte.

Unsinnig, aber ausbaubar

Man könnte diese unsinnige Vorstellung ja noch weiter verfolgen, indem jeder Bürger des Landes Baden-Württemberg die Landesschulden pro Kopf oder gar noch die Schulden der Bundesrepublik Deutschland übernehmen sollte. Aber bei einer Partei, deren Bundesvorsitzender auch schon mal Probleme hat, „Brutto“ und „Netto“ auseinander zu halten, sind solche Gedankenspielchen vielleicht doch nicht ganz abwegig.

Haarsträubende Vorschläge

Zum Glück für die Steinheimer Bürger zeigte sich der ganze übrige Gemeinderat zusammen mit der Verwaltung zwar zuerst konsterniert ob dieser hanebüchenen Idee, aber eine Realisierung kommt natürlich nicht in Frage. Trotzdem gibt es einem schon zu denken, wenn bestimmte Fraktionen immer mal wieder mit haarsträubenden Vorschlägen glauben, die Welt verbessern zu müssen.

Klaus Schmidt, Steinheim