Steinheim / HZ Ein Leserbrief zum geplanten Solarpark in Küpfendorf und zum Bürgerentscheid.

Ja, Frau Tietböhl, es braucht Bürgerentscheide, wenn man den Bürger nicht von vornherein mitnimmt und so eine weitreichende einschneidende Maßnahme einfach mal so beschließt. Die einzige Chance für einen Bürger Gehör zu finden, scheint oftmals nur noch über die Gründung einer Bürgerinitiative und über die Herbeiführung eines Bürgerentscheids möglich.

Mich zumindest wundert es nicht, wenn der kleine Weiler Küpfendorf mit eine Handvoll Bürger aufsteht und sich zu recht gegen die völlig verkorkste deutsche (Hin- und Her-) Energiewende stemmt.

Das ganze Land wird immer mehr zugestellt und zugepflastert für eine gründe Energiepolitik, die diesen Namen nicht verdient.

Wie sollen wir denn jemald den Energiehunger der Industrie, der Großstädte, der geplanten Millionen Elektro-Autos allein durch Wind und Solar stillen. Diese Rechnung wird nie aufgehen.

Und wenn mal kein Wind weht und die Sonne nicht scheint, importieren wir halt Atomstrom aus Frankreich und Tschechien. Wo einfach und so verlogen ist das.

Soweit ich es bisher in der Presse und auf der Homepage der Bürgerinitiative Küpfendorf verfolgt habe, geht es diesen nicht in erster Linie um die Höhe der Module, sondern um den Unsinn Ackerflächen dafür zu bebauen, wenn genauso gut Dachflächen dafür vorhanden sind, sogar mehr als benötigt. Es geht doch ums Prinzip. Das sehe ich genauso.

Und überhaupt: Was ist mit den Millionen Dächern ohne PV-Anlage in den Großstädten? Müssen wir auf dem Land diese Misere ausbaden?

Ich fahr oft mit dem Fahrrad über die wunderschöne Höhenlage bei Küpfendorf. Wenn ich mir vorstelle, da stehen nun riesige Module und zeitgleich sehe ich, wie bei mir um die Ecke riesige Lagerhallen entstehen (Herbrechtingen-Giengen) und dort ist keine Photovoltaik auf den Dächern, da kann ich nur noch sagen, hier läuft gehörig was falsch.

Alwin Braun, Herbrechtingen