Zu Corona-Start hätte so einfach sein können. Aber trotz der damals vorhandenen größten Angst hätte eine Impfpflicht vermutlich auch keine Begeisterung hervorgerufen. Aber sie hätte für eine Gleichbehandlung der Bevölkerung gesorgt. Gefallen hätte sie mir damals nicht und würde es auch heute nicht. Erinnern wir uns, die Impffreiheit wurde und wird bis heute politisch hochgelobt. Hochgekommen wäre damals nur die Frage der Anzahl Folgeimpfungen. Eine Frage, die nun trotzdem für all diejenigen im Raum steht, die geimpft sind und sich evtl. in sicheren Gefielden wähnten. Ich denke, es werden noch viele Impfungen sein, beträgt die Wirksamkeit der Impfstoffe bereits nach wenigen Monaten den aktuellen Meldungen zufolge nur noch ca. 50% und sinkt dann weiter. Und vermutlich wird uns Corona genauso dauerhaft begleiten wie die jährliche Grippe, außer sie verschwindet unerwartet. Lassen wir uns überraschen, wie sich die dauerhafte Impfbereitschaft und die Ansteckungs- und Erkrankungszahlen entwickeln. Nachdem sich die Zahlenlage in den letzten Tagen verschlechtert hat, macht es sich die Politik aus meiner Sicht zu einfach. Sie erhöht den Druck auf die nicht Geimpften, um sie ungeachtet der gelobten Impffreiheit doch zu einer Impfung zu „bewegen“. Wer dem nicht folgt, wird in der Folge nun deutlich weniger Kontakte pflegen können als die 2G-Gruppierung. Und somit weniger zur Verbreitung von Corona beitragen. Seien wir also mal gespannt auf die nächsten Erkenntnisse, Argumente und Maßnahmen, wenn die Corona-Zahlen trotzt dieser Maßnahmen weiter nach oben gehen sollten. Denn von der Logik her sollte dann ja die ungewollte weitere Verbreitung von Corona maßgeblich durch die sich freier bewegende 2G-Gruppe (die sich vermutlich auch weniger testet) und innerhalb dieser erfolgen. Hierzu Gehörige dürfen sich gesundheitlich weniger gefährdet sehen....oder auch nicht mehr, wie aktuelle Erkenntnisse aus Israel verlauten lassen. Vermutlich wird der Fokus nächster Maßnahmen schwerpunktmäßig aber weiter auf den Ungimpften liegen. Wünschenswert wäre, dass in der Breite das Bewusstsein vorhanden wäre, bei hoher Kontaktanzahl auch entsprechend hoher potentieller Überträger zu sein. Dies hat jeder selbst in der Hand. Eine Gleichbehandlung bei den „Ausgeheinschränkungen“ scheint mir daher notwendig, sonst könnte das Demokratieverständnis und auch das gewohnte Verständnis zu unseren Gesundheitssystem über kurz oder lang doch noch Schaden nehmen. Die erste Euphorie einiger Politiker in Sachen eines echten Freedom-Day ist bei den Politikern auch schon wieder verflogen (niemand traut sich). Aber Dauereinschnitte sind für die Bevölkerung auch nicht erträglich und werden das Demokratieverständnis und damit die politische Landschaft vermutlich nachhaltig beeinflussen. Oder die Politik ringt sich aus Hilflosigkeit irgendwann doch noch zu einer (quartalsweisen, halbjährlichen...?) Impfpflicht durch. Alles nicht gut, würde ich sagen. Es lohnt vielleicht ein Blick auf Länder ohne Einschränkungen, mit ähnlichen Corona-Zahlen. Ohne Abbau von Intensivbetten zur Erzielung von Auslastungsqouten, die Zuschüsse sichern. Die Leistung der Beschäftigten in den Praxen und Krankenhäusern ist bei all dem unbestritten und verdient höchste Anerkennung.

Winfried Fetzer, Sontheim im Stubental