Bei Vogel Landtechnik sitzt der Schock tief: In der Nacht von Donnerstag auf Freitag vergangener Woche wurde der Fachhandel für landwirtschaftliche Geräte aus Steinheim Opfer eines Einbruchs. Wie Vanessa Vogel, deren Mann Bernd Vogel Inhaber des Unternehmens ist, berichtet, liegt der Wert des Diebesguts wohl im sechsstelligen Bereich. Motorsägen, Stromaggregate, Akkus, Ladegeräte und Forstbekleidung wurden gestohlen, auch die Kasse haben die Einbrecher entwendet. Sowohl die Wahl des Diebesguts als auch das Vorgehen der bislang unbekannten Täter deuten laut Vanessa Vogel darauf hin, dass Profis am Werk waren.

„Motorsägen sind derzeit nicht günstig und Stromerzeuger bekommt man momentan gar nicht mehr“, erzählt Vogel. Die Täter, so vermutet sie, hätten genau gewusst, wie wertvoll die landwirtschaftlichen Arbeitsmaschinen in dem Unternehmen seien und welche man am besten weiterverkaufen könne. Nach ersten Informationen der Polizei drangen die Einbrecher in der Zeit zwischen Donnerstag, 8. Dezember, gegen 18.30 Uhr und Freitag, 9. Dezember, gegen 6.30 Uhr durch eine Tür in der Schlosserei in das Gebäude ein. Von dort betraten sie die Verkaufs- und Büroräume.

Mit der Arbeit der Polizei unzufrieden

Mit den Ermittlungen der Polizei zeigt sich Vogel unzufrieden: „Am Morgen nach dem Einbruch haben wir beim Polizeiposten in Steinheim angerufen. Die wollten erst gar nicht kommen, weil sie bei sich jemanden zur Vernehmung geladen hatten. Natürlich durften wir am Tatort nichts anfassen, um keine Spuren zu verwischen. So lange stand aber eben auch der Betrieb still.“ Die Spurensicherung aus Heidenheim habe zwar schnell gearbeitet, von der Polizei selbst habe sich Vogel jedoch mehr Hilfe erwartet. Hier seien Profis am Werk gewesen, sei ihr mitgeteilt worden, und die könne man eh nicht finden.

Auf Nachfrage der HZ erklärt Andrea Wagner von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Ulm: „Ich gebe zu, hier haben wir uns als Polizei wirklich nicht gut verkauft. Wenn der Kollege aus Steinheim gesagt haben sollte, dass man da nichts machen könne, dann ist das bitter und an sich auch falsch. Wenn es etwas zu finden gibt, findet die Spurensicherung das nämlich auch.“

Ruf bei Kunden in Gefahr

Erst jetzt, knapp eine Woche nach der Tat, hat die Polizei eine Pressemitteilung zu dem Vorfall veröffentlicht – laut Vanessa Vogel erst auf Druck des Unternehmens. Wie Andrea Wagner berichtet, ist die Pressestelle in Ulm derzeit dünn besetzt und hatte in der vergangenen Woche zudem alle Hände voll zu tun mit dem tödlichen Messerangriff in Illerkirchberg.

Für das Unternehmen Vogel ist das Informieren der Öffentlichkeit in diesem Fall dennoch elementar: „Uns geht es zum Teil auch um unseren Ruf. Manche Bestellungen können wir jetzt nicht abwickeln, weil die Ware gestohlen wurde. Da ist es wichtig, dass unsere Kunden auch über die Presse informiert werden.“ Sie selbst habe jedoch auch von sich aus die Kunden von Vogel Landtechnik informiert. „Wichtig ist natürlich trotzdem, dass die Bevölkerung informiert wird. Es könnte ja jemand etwas gesehen haben.“ Unter Tel. 07321.3220 können sich Bürgerinnen und Bürger melden, die in der besagten Nacht etwas Verdächtiges bemerkt haben.

Erst Mitte November wurde eine Firma für Landtechnik aus Neresheim Opfer eines ähnlichen Einbruchs. Dabei stahlen Unbekannte landwirtschaftliche Geräte im Wert von mehreren Tausend Euro. Wie die Pressestelle in Ulm mitteilt, würden die beiden Vorfälle jedoch nicht in Zusammenhang zueinander stehen. Auch gebe es keine Häufung von Einbrüchen bei landwirtschaftlichen Unternehmen, vielmehr würden sich Einbrüche in der dunklen Jahreszeit generell häufen.

Tipps vom Experten: Schutz vor Einbrechern Wie Einbrecher sich ihre Ziele aussuchen

Kreis Heidenheim

Wann informiert die Polizei die Öffentlichkeit mit Pressemitteilungen


Die Pressestelle der Polizei ist zwar zur Auskunft verpflichtet, muss jedoch nicht automatisch über jeden Vorfall mittels einer Pressemitteilung informieren. „In erster Linie machen wir natürlich PR. Wir informieren die Bevölkerung darüber, was die Polizei tut“, erklärt Andrea Wagner von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Ulm.

Soll heißen: Selbst wenn die Pressestelle in der vergangenen Woche nicht mit einem Großeinsatz wie dem in Illerkirchberg beschäftigt gewesen wäre, hätte sie nicht zwangsläufig eine Pressemitteilung zu dem Einbruch in Steinheim veröffentlicht. „Wir schreiben, was wir schreiben können. Zu dem Zeitpunkt hatten wir einfach noch nicht genügend Informationen“, so Wagner.