Da muss doch jeder Kino-Betreiber vor Neid erblassen, wenn er die Begeisterung miterlebt, die in Steinheims Albuchhalle an zwei Abenden vorherrscht bei den Filmmusiknächten des Großen Blasorchesters des Musikvereins Steinheim. Nach zweijähriger, von Corona diktierter Zwangspause liefen die Musikanten unter ihrem Dirigenten Jan Jäger zur Hochform auf. Mit Füßen und Händen, dazu noch Standing Ovations feierten die insgesamt 800 Besucher die Darbietungen.

Ein besonderes Verdienst kommt da Dennis Hanert zu, der passgenau zur Musik die „Filmschnipsel“ zu einer prächtigen Filmshow zusammengefügt und dafür Extra-Beifall verdient hat. Viel Applaus bekam auch Musikdirektor und Ehrendirigent Norbert Hann, der einst die Filmmusiknächte erfand und am Wochenende eigens aus dem Schwarzwald auf die Ostalb gekommen war. Begeistert zeigte sich auch Ehrenbürger Dieter Eisele. Einmal mehr war Marita Kasischke eine angenehm plaudernde Begleiterin durch den Abend, überschüttete Musiker wie das Publikum mit Komplimenten und würdigte Jan Jäger als Dirigenten wie als Solisten an der Zugposaune.

Tagesschau und Tatort

Vorsitzender Thomas Frömel war überwältigt angesichts der Tatsache, dass beide Abende schon bald nach Start des Vorverkaufs ausverkauft gewesen waren. Mit so einem Zulauf war nach der Pandemie nun wirklich nicht zu rechnen, wo andere kulturelle Veranstaltungen oft nur weniger Publikum als bisher haben.

Es ist Tradition, dass diese Filmmusiknächte mit der Tagesschau beginnen und hernach eiligen Schritts der Tatort erreicht wird. Manuel Schlegel machte dabei als Nachrichtensprecher eine gute Figur und vermochte jedes Mal Neues von hinter den Kulissen der Vorbereitung zu erzählen. Diesmal war das Deko-Team unter Tina Bauer-Held im Fokus.

Mit dem Marsch der Superhelden, dem von Alan Silvestri komponierten „Captain America“, startete das Große Blasorchester temporeich in diesen Abend. Präzise Akkorde und die Filmsequenzen passten phantastisch, und so war der erste große Beifall die Antwort. Ohne Schlachtengetümmel ging es bei „La La Land“. Die Musicalmelodie war von Michael Brown arrangiert worden. Marita Kasischke nannte hier die Musikanten und ihre Darbietungen „hollywoodreif“.

„Geisha“ und „Madagascar“

Der vielfach mit Oskars ausgezeichnete John Williams und seine „Geisha“ wurde zum ersten großen Höhepunkt der Filmmusiknächte, ehe Raum geschaffen wurde für die großen Gefühle, bei dem Historienfilm „Braveheart“ ging es um Schottlands Freiheit. Phantastisch spielte das Orchester unter dem sicheren Dirigent Jan Jägers auf: Das war ganz großer Sound, und so wurden im Beifall verstärkt Bravorufe laut.

Hans Zimmer gilt als ein ganz Großer in der Filmmusik. Der in Frankfurt geborene Komponist kam gleich zweimal vor: „Crimson Tide“ und „Madagascar“. Ersterer Film war voller Spannung und eine wohl realistische Beschreibung der Situation auf einem U-Boot, von dem aus Atomraketen abgefeuert werden können. Bei „Madagascar“ vereinten sich die im Zeichentrick eingefangenen Tiere mit der herrlichen Klangwelt dieses Großen Blasorchesters. Hervorragende Solisten hat Jan Jäger in seiner 56 Mitglieder großen Kapelle.

Football und Dinosaurier

Die Filmmusik zu „Eine schrecklich nette Familie“ von Jimmy van Heusen erforderte enormen Probenfleiß. Im zweien Teil des Abends ging es bei „Gegen jede Regel“ um amerikanischen „Football“ und die turbulenten wie gewalttätigen Szenen im Kampf um den Sieg.

Abschließender Höhepunkt bei den Szenen aus „Jurassic Park“ (Musik: Trevor Rabin) war die Geburt eines kleinen Dinos und die Eroberung des zooähnlichen Bauwerks durch diese Riesenviecher. Wahrlich keine Schnulze, aber voller „Leckerbissen“ für Auge und Ohr war anschließend „A Star is born“, arrangiert von Michael Brown. Mit Lin-Manuel Mirandas „Encanto“ kamen noch einmal zauberhaft Bilder auf die große Leinwand und zauberhafte Töne an die Ohren der Dabeigewesenen. Dabei brillierte Jan Jäger einmal mehr auf seiner Soloposaune.

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Drei Zugaben herbeigeklatscht


Insgesamt erklatschten sich die Besucher drei Zugaben, darunter von Charles Dickens der „Christmas Coral“. Danach war Schluss, obwohl das Publikum sicher gerne noch mehr gehört und gesehen hätte.