So lange die Corona-Tests noch vorgeschrieben sind, ist donnerstags Stress bei allen noch nicht Geimpften: Dann treten die Sängerinnen und Sänger in der Apotheke zum Schnelltest an und hernach geben sich alle im Dorfhaus ein Stelldichein, um sich im Chorgesang zu üben. Eigentlich hätte der Gesangverein „Eintracht“ aus Sontheim/Stubental vor Kurzem seinen 100. Vereinsgeburtstag feiern wollen. Doch wegen der Pandemie wurde der Festtermin schweren Herzens aus dem Kalender gestrichen und mit dem vagen Vermerk versehen: „Wir feiern dann eben 2022 den 101.“

Vorsitzender Karl-Heinz Richter sagte, dass die fixen Kosten in der Pandemiezeit weiterliefen, aber Einnahmen habe man keine gehabt. So musste 2020 das 39. Dorffest kurzerhand abgesagt werden, ebenso das des Jahres 2021.

Steinheims Bürgermeister Holger Weise kam zur ersten Singstunde des gemischten Chors ins Dorfhaus und brachte eine Geldspende mit. Er betonte die besondere Bedeutung der „Eintracht“ für Sontheim („der einzige Verein“), würdigte die Arbeit der fünf Chorformationen.

Unter Chorleiterin Kerstin Faisst wurden zwei Lieder gesungen und dann doch noch ein wenig in der Vergangenheit geschwelgt. Aktuell hat die „Eintracht“ 188 Mitglieder. Davon sind 51 aktive Sängerinnen und Sänger sowie 32 Mitglieder in den Kinder- und Jugendchören. Außerdem unterstützen 105 Personen den Gesangverein als fördernde Mitglieder.

Zur Sparte der Kinder- und Jugendchöre werden die 21 „Goldkehlchen“ und die 22 „Patchwork-Singers“ gerechnet. Der Traditionschor (51 Aktive), der Halb-Achte-Chor (46) und der Männerchor (22) sind die Erwachsenen-Chöre. Für die Kinder- und Jugendchöre zeichnet Elisabeth Schnitzer als Chorleiterin verantwortlich. Ehrenchorleiter ist Dr. Veit Gruner und sollte eine Frau am Dirigentenpult ausfallen, springt kurzfristig Wolfgang Schwarz ein.

Der aktuelle Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Vorsitzender Karl-Heinz Richter, stellvertretende Vorsitzende Michaela Stöhr und Reinhard Straub, Schatzmeister Rolf Weber und Schriftführerin Margot Illenberger.

Chorgesang unterm Burgstall hat in Sontheim lange Tradition. In den Annalen finden sich Hinweise, dass schon in den 1860er-Jahren im Sontheimer „Rössle“ eine Sänger-Kameradschaft sich zum vierstimmigen Gesang getroffen hat.

Start mit gemischtem Chor

Als 1921 der heutige Gesangverein aus der Taufe gehoben wurde, war er seiner Zeit Jahrzehnte voraus. Andere Gesangvereine unterhielten reine Männerchöre und ließen oft viele Jahre später, als bedingt durch die Kriege die Reihen doch sehr gelichtet waren, Frauen in der Singstunde zu. Mit einem gemischten Chor startete die „Eintracht“, erst 1923 erfolgte die Gründung eines reinen Männerchors. Georg Huber war Gründungsvorsitzender und der erste Chorleiter war Hauptlehrer Grünwald. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde vermerkt, dass von den 45 Mitgliedern des Männerchors zwölf gefallen waren.

1967 begann die Ära von Eugen Seybold als Vorsitzender, nach ihm kam dann Walter Niederberger ins Amt und blieb bis 2017.

Gesangverein mit großem Einzugsgebiet


Das Einzugsgebiet der Erwachsenen-Chöre des Gesangvereins „Eintracht“ Sontheim im Stubental ist größer als das Steinheimer Becken. Wie Vorsitzender Karl-Heinz Richter betonte, kämen die Sängerinnen und Sänger aus Steinheim, Sontheim, Zang, Heidenheim, Böhmenkirch und Schnaitheim.