Bei der Probe von einem erlegten Wildschwein aus dem Bereich Steinheim hat das Veterinäruntersuchungsamt Antikörper gegen die Aujeszkysche Krankheit gefunden. Dies bedeutet laut der Pressestelle des Landratsamtes Heidenheim, dass das Tier irgendwann eine Infektion mit dieser Erkrankung durchgemacht hat. Die Krankheit ist nicht auf den Menschen übertragbar, führt allerdings bei Hunden innerhalb weniger Tage zum Tod.

Nur milde Symptome

Wildschweine erkranken in der Regel nur mit milden, unspezifischen Symptomen. Die Erkrankung ist ihnen nicht anzumerken. Durch Stress wie beispielsweise bei der Jagd werden vermehrt Viren produziert, die in Speichel, Urin und Kot ausgeschieden werden.

Da Deutschland im Hausschweinebereich seit 2003 als frei von der Erkrankung gilt, sollten insbesondere Jäger mit Kontakt zu Hausschweinehaltungen Sicherheitsmaßnahmen einhalten. Und auch zum Schutz ihrer Hunde ist den Jägern Vorsicht angeraten. So sollten Jäger ihren Hunden keine ungekochten Teile des Aufbruchs oder Wildbrets zu fressen geben und den Kontakt zwischen Wildschwein und Hund generell vermeiden.

Untersuchung auf die Schweinepest

Im Landkreis Heidenheim werden jährlich ca. 300 Blutproben von Wildschweinen durch Jäger entnommen und auf Afrikanische und Klassische Schweinepest durch das Chemische Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart untersucht. Ein Teil dieser Proben wird zusätzlich auf Aujeszkysche Krankheit untersucht. Bei dieser Routinekontrolle wurde die positive Probe entdeckt.

Rinder, Hunde, Katzen und Schafe sterben

Die Aujeszkysche Krankheit wird auch Pseudowut genannt. Der Erreger gehört zu den Herpesviren. Der eigentliche Wirt sind Schweine, die Infektion verläuft bei fast allen Säugetieren tödlich. Der Mensch und Primaten sind für das Virus nicht empfänglich.

Bei Rindern, Hunden, Wölfen, Katzen und Schafen kommt es zu einer Gehirn- und Rückenmarksentzündung, bei Rindern und Hunden zusätzlich zu starkem Juckreiz, und dann zum Tod des Tieres. Diese sogenannten „Endwirte“ scheiden das Virus selbst nicht aus, sie müssen von einem Haus- oder Wildschwein angesteckt werden. Bei Rindern und Hausschweinen ist die Krankheit meldepflichtig.