Anfang des Jahres wurden die Gemeinde Steinheim und die Stadt Niederstotzingen für das landesweite Projekt „Natur nah dran“ ausgewählt worden. Seitdem hat sich einiges getan.

Was steckt hinter dem Projekt „Natur nah dran“?

„Natur nah dran“ ist im Grunde genommen ein Projekt des Nabu, das durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg gefördert wird. Ziel ist es, Städte und Gemeinden mit Rat und Tat dabei zu unterstützen, Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten.

Wie viele Kommunen beteiligen sich daran?

Von 2022 bis 2027 werden jährlich 15 Städte und Gemeinden gefördert. In der ersten Projektstaffel wandelten von 2016 bis 2021 bereits 61 Kommunen über 230.000 Quadratmeter naturnah um. In diesem Jahr sind aus dem Regierungsbezirk Stuttgart neben Steinheim und Niederstotzingen noch Fichtenberg und Obersulm beteiligt.

Wie weit ist man in Steinheim bereits?

Steinheim hat damit begonnen, insgesamt sechs Flächen auf ihrem Gebiet naturnah umzugestalten: Neben drei Einzelflächen rund ums Rathaus sind das noch Areale am ehemaligen Spielplatz am Forchenweg, die Verkehrsinseln an der Kreuzung Weberstraße/Höllentalstraße, diverse Kleinflächen entlang der Königsbronner Straße, der Grünstreifen zwischen Schumann- und Bartholomäer Straße und eine Grünfläche entlang der Kappelstraße.

Jüngst war Steinheim auch Schauplatz eines speziellen Workshops für Gemeinde- bzw. Bauhofmitarbeiter. Teilgenommen haben nicht nur 30 Steinheimer, sondern auch Vertreter aus sieben weiteren Kommunen, die sich am Projekt beteiligen. Unter professioneller Anleitung haben sie die drei Flächen am Steinheimer Rathaus insektenfreundlich gestaltet und mit Wildpflanzen bestückt.

Die Flächen sehen aber gar nicht „naturnah“ aus.

Auch wenn sie zunächst so aussehen: Die vorbereiteten Flächen haben nichts mit Schottergärten zu tun. Zwar kommt in einige „Natur nah dran“-Flächen ebenfalls grobes Material, aber auch ein Feinanteil mit verschiedenen Korngrößen, ergänzt durch Grünschnittkompost. So können Wildpflanzen und -stauden gedeihen, die in einem Schottergarten kaum eine Überlebenschance hätten. Noch sehen die Flächen teils kahl aus, die Pflanzen brauchen aber Zeit, um sich zu entwickeln.

Was bringt das alles?

Kommunen, die wie Steinheim Flächen mit Wildpflanzen anlegen, bereiten sich damit auch besser auf den Klimawandel vor. Nabu-Projektleiter Martin Klatt berichtete in Steinheim von den Erfahrungen, die „Natur nah dran“-Kommunen im zurückliegenden Hitzesommer gesammelt haben: „Dort hat sich gezeigt, dass die naturnahen Flächen deutlich besser mit wochenlanger Hitze und Trockenheit klarkamen, als zum Beispiel Rasenflächen. Und das oft sogar ganz ohne Gießen, was den Bauhöfen Zeit und Geld spart.“

Der Grund: Wildblumen und -stauden haben häufig deutlich längere Wurzeln, mit denen sie auch tiefer liegende Wasserschichten noch erreichen. Und: Die Flächen reparieren sich gewissermaßen selbst, weil dort viele verschiedene Pflanzenarten wachsen. Klatt: „Selbst wenn einige davon hitzebedingt ausfallen, füllen andere die entstandenen Lücken.“