Ausbildungsplätze zum Forstwirt, Wiederbewaldung nach Borkenkäferschäden, Ernte von Fichten-Starkholz und Durchforstung von Wäldern nach dem Sturm Lothar 1999 – das waren die Themen eines Besuchs des ForstBW Vorstands Max Reger in den Forstrevieren Wental und Zang.

„Die Bedeutung der Forstwirt-Ausbildungsplätze bei ForstBW und im Forstrevier Wental nimmt durch die außergewöhnlichen Waldschäden der vergangenen Jahre weiter zu“, sagte Vorstand Reger. „Für den vielfältigen, aber auch riskanten Beruf des Forstwirts benötigen alle Waldbesitzer bestens ausgebildete Forstwirtinnen und Forstwirte. Das ist eine wichtige Aufgabe des neu gegründeten Landesforstbetriebs Forst Baden-Württemberg (ForstBW).“

Lange Tradition

Die Forstwirt-Ausbildung im Forstrevier Wental hat bereits jahrzehntelange Tradition. Viele Auszubildende sind mit ihrer breiten Ausbildung als Forstwirtinnen und Forstwirte in der Region im Wald aber auch in anderen Branchen tätig. Jährlich beginnen im Wental vier bis sechs Azubis ihre Ausbildung. Im gesamten Land sind es etwa 100 Azubis in jedem Jahrgang. Das Land bezuschusst die Forstwirt-Ausbildung bei ForstBW, die über den Eigenbedarf des Unternehmens hinausgeht. Dies ist bis zum Einstellungsjahrgang 2024 zugesichert. Wie es danach weiter geht, wird nach der anstehenden Landtagswahl entschieden.

Bewaldung von Schadflächen

Weitere Themen beim Besuch des Vorstands waren die Wiederbewaldung von Schadflächen nach Borkenkäferschäden mit den klimastabilen Baumarten Tanne und Douglasie. Dabei zeigte sich, dass die Pflanzungen dringend mit Wildschutzmaßnahmen vor Schäden durch Rehe geschützt werden müssen. Durch neuartige Schutzmaßnahmen aus Holz sollen die bisherigen Wuchshüllen aus Plastik im Wald vermieden werden (siehe Foto).

Die Ernte von Fichten-Starkholz bei Irrmannsweiler mit einem organisatorisch anspruchsvollen Holzernte-Verfahren, dem sogenannten Königsbronner Starkholzernteverfahren, lobte der Vorstand. „Forstwirte, Harvester und moderne Holzrückemaschinen arbeiten beim Königsbronner Starkholzernte-Verfahren eng zusammen. Ich bin begeistert von der Pfleglichkeit. Boden und Naturverjüngung sind bestens geschont. Man sieht kaum, dass hier Holz geerntet wurde. Für die Forstwirte verringert das Verfahren das Unfallrisiko“, so Max Reger.

Durchforstung steht an

Wälder, die nach dem Sturm Lothar an Weihnachten 1999 wiederbegründet wurden, stehen in den kommenden Jahren auf großer Fläche im Forstrevier Zang zur Durchforstung heran. Sie sind nun etwa 20 Jahre alt. „Die Fichten, die nach dem Sturm Lothar aufgewachsen sind, sind nun schon wieder 15 Meter hoch. Mit frühzeitigen Durchforstungen verbessern wir ihre Klimastabilität und verringern das Sturmschadensrisiko“, ist die Auffassung von Max Reger. Da das zu erntende Fichten-Schwachholz nur schwer am Holzmarkt absetzbar ist, muss ForstBW kurzfristig nach Alternativen suchen.