Nach drei Jahren Pause lud der Heimatverein Steinheim wieder zum traditionellen Hock am Zehntstadel ein. Bereits zum Mittagessen war das vor dem Zehntstadel aufgestellte Zelt voll und die Gäste ließen sich die angebotenen Speisen und Getränke schmecken. Musikalisch umrahmte in gewohnter Weise der Harmonikaspielring Schnaitheim bis in die Nachmittagsstunden hinein mit gängigen Melodien.

In der Zeit zwischen Mittagessen und Kaffee nutzten etliche Besucher die Möglichkeit, den ansonsten nicht zugänglichen südlichen Teil des Zehntstadels zu besichtigen. Diesen Teil hat der Heimatverein vor Jahren renoviert und ausgebaut, um dort verschiedene Exponate aus früherer Zeit unterzubringen, da im Heimatmuseum auf dem Klosterberg kein Platz dafür mehr vorhanden war.

So fanden hier eine dauernde Bleibe die ehemalige Sattlerwerkstatt des unvergessenen Sattlermeisters Paul Wannenwetsch in der Hirschstraße ebenso wie die Wägnerei von Wagnermeister Georg Laible in der Schwalbengass. Neben den vielen landwirtschaftlichen Gerätschaften aus früherer Zeit konnten noch die Utensilien der ehemaligen Brauerei Kreuz bestaunt werden: Handkarren, Bierkisten und Bierflaschen, über 100 Jahre alt.

Im ehemaligen Farrenstall im Zehntstadel stehen etliche Fahrzeuge aus früherer Zeit: der Landauer der Gemeinde Steinheim, ein großer Pferdeschlitten, der „Fegsand“-Transportwagen, eine Nachbildung des Fluchtwagens der Heimatvertriebenen aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und der letzte Steinheimer Leichenwagen, mit welchem die Gestorbenen von zuhause aus zum Friedhof gefahren wurden.

Hilfe für den TV

Mittlerweile hatte Alleinunterhalter Toni Schmidt die musikalische Umrahmung übernommen. Der Vorsitzende des Heimatvereins, Rudolf Maier, überreichte dem Vorsitzenden des Turnvereins Steinheim, Bernd Ortlieb, einen Scheck über 3000 Euro, da der TV erheblichen Schaden durch den Abbrand der Wentalhalle erlitten hat, der nicht durch Versicherungsleistungen gedeckt ist. Der Heimatverein hatte bei seiner vorigen Hauptversammlung einstimmig beschlossen, diese Spende zu tätigen.

Der Heimatverein hat sich seit Jahrzehnten für die Renovierung und die Sanierung des Zehntstadels eingesetzt. Immerhin ist es das älteste Gebäude Steinheims und somit der Erhaltung wert. Dankenswerterweise hat in diesem Jahr der Gemeinderat dies beschlossen, was der anwesende Bürgermeister Holger Weise in einer kurzen Ansprache besonders betonte. Dem Heimatverein ist es ein Anliegen, bei der Sanierung des Gesamtgebäudes Maßnahmen zu ergreifen, dass der südliche Teil des Zehntstadels den Status eines Museums erhält.