Küpfendorf / Klaus-Dieter Kirschner Bei der Einwohnerversammlung in Küpfendorf wurden viele örtliche Belange diskutiert. Die Sanierung der Dorfhülbe wird vertagt.

Weil aus der Kasse der Jagdgenossenschaft Geld abgezweigt wurde, um im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner erfolgreich sein zu können, wurde es kurzfristig laut. Etliche warfen Albert Stegmaier jun. vor, dass das „so schon gar nicht geht“ und die „Genossen“ schließlich gefragt sein wollen und abstimmen möchten – über die Verwendung der Pachteinnahmen. Letztlich konnte das Problem, es geht angeblich um 400 Euro, nicht erledigt werden und wird wohl Anfang 2020 bei der Jahresversammlung noch einmal die Gemüter beschäftigen.

Nach vielen Jahren „ohne“ wurde erstmals wieder eine Einwohnerversammlung in der „Vesperliesl“ abgehalten. Nach 90 Minuten war alles geschwätzt und auch wegen des geplanten Solarfelds südlich von Küpfendorf blieben die Wogen nur leicht bewegt. Statt viereinhalb Meter sollen die Sonnenpaneele zur Stromgewinnung nur noch (maximal) 320 Zentimeter hoch aufgeständert werden.

Doch so richtig vorstellen konnten sich das noch nicht alle Einwohner. Kritisiert wurde der Investor, weil er nur ein Stangengerüst stellte, aber die Anordnung der Paneele nicht erkennbar war.

Der designierte Bauamtsleiter Sven Krauß wie auch Bürgermeister Holger Weise kündigten an, dass die teils doch sehr umstrittene, bis zu 22 Hektar große PV-Anlage Küpfendorf im Januar den Gemeinderat (abermals) beschäftigen wird. In dem Zusammenhang warf Imkermeister Günter Friedmann ein: „Diese PV-Anlage hätte man auch anders planen können.“ Die Begründung: „Wir haben einen zunehmenden Mangel an Insekten und sollten jede Fläche nutzen, um Blühflächen anzulegen.“ Holger Weise antwortete knapp mit Hinweis auf das Genehmigungsverfahren: „Ja, die Blühwiese wird kommen.“

Artenschutzgutachten wird erstellt

In dem Zusammenhang unterstrich Krauß, dass das Landratsamt als Untere Naturschutzbehörde sehr wohl ein Auge auf Küpfendorf habe. Nicht umsonst musste ein Artenschutzgutachten erstellt werden und da würden noch Vorschriften kommen. Sollte ein Stadel abgerissen werden, müsste vorher der Nachweis erbracht sein, „dass dort im Gebälk wirklich keine Fledermäuse hausen“.

Problem Eichenprozessionsspinner

Günter Friedmann gefiel die Diskussion seiner Mitbürger über etliche Eichen, an denen der Eichenprozessionsspinner nagt, überhaupt nicht: „Es ist nicht zeitgemäß, so zu reden. Wo fängt man an, wo hört man auf?“ Bürgermeister Holger Weise hatte zunächst die Problematik angesprochen und dass die unmittelbare Umgebung der befallenen Bäume abgesperrt werde.

Einige der Eichen wurden bereits gefällt, anderen droht das gleiche Schicksal. Ein Bürger protestierte heftig. Geredet wurde über die Bedrohung von Mensch und Tier. Albert Stegmaier jun. bekannte, gemähtes Grünfutter von den Flächen unter den Eichen zu separieren: „Man weiß ja nie.“ Die Stadtwerke, die in Steinheim und den Teilorten die Wasserversorgung sicherstellen, wollten unter den Bäumen keine Mitarbeiter mehr einsetzen, hieß es.

Breitband kommt

Die Breitbandversorgung mit schnellem Internet dürfte für Küpfendorf zwischen den Jahren 2022 und 2024 gegeben sein. Die Gemeinde Steinheim muss hier 961 000 Euro in die Versorgung der Gesamtgemeinde stecken. Bei den Tiefbauarbeiten wird übrigens die Stromversorgung von den Freileitungen und Dachständern auf Erdkabel umgestellt.

Und die Hülbe in der Ortsmitte? Eigentlich sollte dieser undichte Dorfteich, der ja auch im Ernstfall von der Feuerwehr genutzt werden müsste, dieses Jahr saniert werden. Die Hülbe kommt jetzt erst 2020 an die Reihe. Schnell geklärt war, dass auch der alte Holzzaun durch einen neuen ersetzt wird. Der vorhandene Überlauf aber, so ein Bürger, funktioniere offenbar nicht mehr. Das Rohr sei wohl eingebrochen. Bürgermeister Weise: „Das klären wir und beheben den Schaden.“

Nach kontroverser, aber sachlicher Diskussion entscheidet sich der Steinheimer Gemeinderat mit großer Mehrheit für die rund 22 Hektar große Photovoltaikanlage südlich von Küpfendorf.

Küpfendorf – klein aber fein

Nachdem das Land die Gemeindeordnung geändert hat, gibt es die klassische Bürgerversammlung nicht mehr. Jetzt heißt das Einwohnerversammlung und ist auch für andere zugänglich, die sich gerade dort aufhalten oder als Grund- oder Hausbesitzer mit dem Ort verbunden sind.

Der südlichste Steinheimer Teilort war früher von der Landwirtschaft dominiert und hat heute rund 70 Einwohner.

Vor vielen Jahren waren die Straßen im Ort erneuert und im Zentrum bei der früheren Dorfwirtschaft Sandwirt ein kleiner Platz angelegt worden. Hier hält der Musikverein Steinheim einmal im Jahr einen gut besuchten Hock ab. kdk