„Die Corona-Pandemie ist und bleibt eine gesundheitliche und ökonomische Herausforderung für unsere Bank.“ Das sagte Bankvorstand Karl Seibold bei der Generalversammlung der Raiffeisenbank Steinheim in der Albuchhalle. Es war eine der ersten Präsenzveranstaltungen in der Pandemie. Da das sonst bei solchen Treffen traditionelle Bankvesper nicht gereicht werden durfte, war die Zahl der erschienen Mitglieder mehr als überschaubar. 2020 sei trotz Pandemie ein gutes Jahr gewesen, sagte Seibold, der jedoch auch Sorgenfalten auf der Stirn hatte.

Die Leute wollten sich zwar weiter gern ein Haus bauen, seien aber jetzt bei der Kreditaufnahme beispielsweise mit dem Problem konfrontiert, dass allein die Preise beim Bauholz um 86 Prozent angestiegen sind. Angesichts der Staatsverschuldung, der Pandemie und auch der momentanen Flutkatstrophen rechnet Seibold „in den nächsten drei bis fünf Jahren nicht mit einer Besserung an der Zinsfront“: „Wir alle müssen uns wohl oder übel weiter mit dem Niedrigzins-Umfeld arrangieren.“ Gerade deshalb zeichne sich für das Geschäftsjahr 2021 jetzt schon ein Plus von acht Prozent bei den Kreditausleihungen ab: „Die Nachfrage nach privaten Wohnbau-Darlehen ist ungebrochen.“

Es gab aber auch Negatives zu hören: Das Onlinebanking, die Maskenpflicht zum Schutz vor Corona und einige Faktoren mehr sorgten für einen deutlichen Rückgang der Kunden, die die Dienste der Filiale Zang in Anspruch nahmen. Sie wurde mit Ablauf des Monats Juni geschlossen. Die Raiba, so Seibold, traf mit der Volksbank Heidenheim ein Übereinkommen, dass sich die Zanger Mitglieder am Geldausgabeautomaten des „Zaster-Laster“-Fahrzeugs gebührenfrei mit Bargeld versorgen können.

Bilanzsumme wuchs weiter

Innerhalb der vergangenen zehn Jahre hat sich die Bilanzsumme von rund 100 Millionen auf jetzt 162,4 Millionen Euro erhöht. Die Bilanzsumme wuchs 2020 um rund 11,6 Millionen Euro an, was 7,7 Prozent entspricht.

Das sind über 60 Prozent, freute sich Bankvorstand Eduard Reisenauer. Im Blick auf das Geschäftsjahr 2020 kam er zu dem Ergebnis: „Die Raiffeisenbank hat sich stabil entwickelt.“ Die Kundeneinlagen – vom Girokonto bis zum Sparbuch – wuchsen um rund neun Millionen auf 133,7 Millionen Euro an. Die außerbilanziellen Einlagen (z. B. bei Bausparkassen) legten um 4,4 Millionen auf 59,3 Millionen Euro zu. Insgesamt sind es 7,7 Prozent mehr beim Kundenanlagevolumen, das auf 193 Millionen Euro kletterte.

Das betreute Kunden-Kreditvolumen erhöhte sich gar um 15 Prozent auf 136 Millionen Euro. Getreu dem Bankmotto „Heimatliebe“ blieben die Kredite überwiegend in Steinheim und landeten als Aufträge bei örtlichen Handwerkern oder Hausbaufirmen. 2855 Mitglieder halten die Geschäftsanteile. Das sind 47 mehr als im Vorjahr. Wegen der niedrigen Zinsen reduzierte sich der Zinsüberschuss um 48.000 auf 2,455 Millionen Euro. Der Verwaltungsaufwand hingegen stieg um 176.000 Euro auf 2,513 Millionen an. Leicht nahm der Provisionsüberschuss um 76.000 auf 802.000 Euro zu.

Die scheidende Aufsichtsratsvorsitzende Hannelore Eberhardt beleuchtete sowohl das vertrauensvolle Miteinander mit den Bankvorständen und lobte das doch sehr engagierte Personal an den Bankplätzen Steinheim und Söhnstetten.

Verwendung des Gewinns

Zu den Berichten gab es keine Wortmeldungen, so dass auch alle Beschlüsse einstimmig und rasch gefasst waren. Vom Reingewinn in Höhe von 124.426 Euro fließen 45.000 Euro in die gesetzliche, 45.390 Euro in die Ergebnis-Rücklage. 34.036 Euro verbleiben, um 2,5 Prozent Dividende zu überweisen.

Der Prüfbericht des Genossenschaftsverbands enthielt keine nennenswerten Beanstandungen.

Die Wahlen zum Aufsichtsrat


Erneut in den Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Steinheim wurde Werner Kieser gewählt. Den bisherigen Platz der verabschiedeten Vorsitzenden Hannelore Eberhardt im Gremium nimmt Philipp Junginger (Sontheim/Stubental) ein.