Es gab sie auch, die lokalen Unternehmer, die eine Veranstaltung vor dem Gasthaus Rössle am Donnerstagabend nutzten, um auf ihre aktuellen Sorgen und Existenzängste aufmerksam zu machen: die Kosmetikstudiobetreiberin, die anders als die Friseure noch immer keine Öffnungsperspektive hat.

Der Fitnessstudiobetreiber, der darauf hoffen muss, dass seine Kunden nach wie vor ihre Mitgliedsbeiträge zahlen, obwohl sie nicht trainieren dürfen. Oder der Wirt vom Rössle, der dieses „offene Mikrofon“ organisiert hatte, und der noch immer auf die versprochenen Finanzhilfen warten muss.

Zuvor aber hatte ein anderer Redner dieses Mikrofon genutzt: der Landtagsabgeordnete Heinrich Fiechtner (ehemals AfD, heute fraktionslos). Seine rund 45 Minuten dauernde Redezeit nutzte er unter anderem für derbe Beleidigungen in Richtung Landes- und Bundesregierung.

Bei den rund 100 Zuhörern sorgte das für Applaus. Bei Steinheims Bürgermeister Holger Weise nicht. Er hatte die Veranstaltung zuvor unterstützt, um lokalen Unternehmern eine Plattform zu bieten. Vom Redner aus Stuttgart hatte er nichts gewusst.