Eine neue Attraktion kann ab kommenden Sonntag, 13. September (Tag des offenen Denkmals), im Königsbronner Flammofengebäude besichtigt werden: das hölzerne Gießmodell einer im Boden der Schnaitheimer Michaelskirche eingelassenen eisernen Gussplatte der Schwäbischen Hüttenwerke.

Die Michaelskirche wurde 1954 umgebaut und die Kanzel versetzt. Daher musste auch das an der Außenwand befestigte Gießmodell abgenommen werden. Aufbewahrt wurde es schließlich im Kohlenkeller des alten Pfarrhauses, das 1974 Stadtarchivar Manfred Akermann käuflich erwarb. Er erkannte sofort den Wert dieses Modells und ließ es durch einen soliden Rahmen verstärken. Die Entstehungszeit des historischen Stücks wird auf die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts geschätzt.

Anlässlich der Recherchen über Königsbronner Epitaphien stieß Erich Vomhoff auch auf dieses Modell, das im Flur der Familie Akermann seinen Ehrenplatz gefunden hatte. Nach dem Tod von Manfred Akermann wurde seine Frau Renate vom Kulturverein Königsbronn auf eine Übernahme dieses kostbaren Modells und dessen Betreuung angesprochen und willigte sofort ein.

In wochenlanger Arbeit wurde das Modell unter Anleitung eines Restaurators von Mitgliedern des Kulturverein restauriert und gesäubert. Dabei wurden die dünnen geschnitzten Platten von der Trägerplatte abgelöst und ausgebessert. Wattestäbchen wurden in destilliertes Wasser mit Salzzusatz getaucht, und mit diesen dann in mühsamer Kleinarbeit die Oberfläche gereinigt. Mit Fischleim und aus Zahnstochern hergestellten Holznägeln befestigte man dann die geschnitzten Platten wieder auf der Trägerplatte. Offen geblieben ist die Frage, wann und warum dieses Gießmodell damals koloriert wurde und dadurch selbst zum Kunstwerk geworden ist.

Jetzt hat das restaurierte Stück im historischen Flammofengebäude eine neue Heimat gefunden. Am Tag des offenen Denkmals finden im Flammofen, in der Feilenschleiferei und im Kannenmuseum jeweils um 11, 12.30, 14 und 15.30 Uhr Führungen statt.