Die Täter, Vater und beide Söhne, sind längst verurteilt und verbüßen ihre Haftstrafen im Gefängnis. Jetzt steht das Anwesen der Familie, auf dem 2008, 2014 und 2019 drei Menschen getötet wurden, zum Verkauf. Angeboten werden die beiden nebeneinanderliegenden Häuser an der Sontheimer Heinrich-Röhm-Straße auf mehreren Immobilienportalen im Internet.

165.000 Euro werden für das blaue Haus verlangt

Die Geschichte der Häuser bzw. die ihrer früheren Bewohner wird dort freilich nicht erwähnt. So wird das Haus mit dem markanten blauen Anstrich als „geräumiges Wohnhaus mit 2-3 Wohnungen“ angepriesen. 165.000 Euro werden verlangt für eine Wohnfläche von rund 115 sowie eine Grundstücksfläche von 339 Quadratmetern mitsamt einer Scheune/Garage.

Dort wurden 2008 und 2014 Ehemann und Lebensgefährte der Tochter getötet

Dort fand den Geständnissen der drei Täter zufolge der Lebensgefährte der Tochter bzw. Schwester im Jahr 2014 den Tod. Zudem wurde die Leiche des 38-Jährigen auf dem Familienanwesen mit Hilfe einer Motorsäge zerstückelt. Im Alleingang soll der Vater dort bereits 2008 den 23-jährigen Ehemann seiner Tochter erdrosselt, tiefgefroren und zerteilt haben.

2019 wurde das dritte Opfer auf dem Dachboden getötet

Auf dem Dachboden des nun für 175.000 Euro angebotenen Nachbarhauses schlugen der Vater und dessen älterer Sohn 2019 das letzte Mordopfer zunächst nieder, fesselten den 59-jährigen Mann dann an einen Stuhl und würgten ihn mit einem Seil. Zudem stülpten sie ihrem Opfer eine Plastiktüte über den Kopf und dichteten diese mit Klebeband ab.

Kopf, Hände und Füße vergruben die Täter im Garten

Jahrelang hatte die Familie sizilianischer Abstammung dort an der Sontheimer Heinrich-Röhm-Straße unbehelligt gewohnt. Aufgeflogen waren die Taten erst im Frühjahr 2019, nachdem das letzte Mordopfer als vermisst gemeldet worden war.

Nach und nach hatte sich der Verdacht gegen Vater und Sohn erhärtet. Im Zuge der Ermittlungen wurden schließlich Kopf, Hände und Füße des Mannes im Garten der Wohnhäuser gefunden und die beiden weiteren Taten aufgedeckt.

Alle Täter sind mittlerweile zu Haftstrafen verurteilt worden

Ende vergangenen Jahres bzw. Anfang dieses Jahres wurden die drei Täter schuldig gesprochen. So wurde der damals 55-jährigen Vater wegen zweifachen Mordes zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Zudem wurde die besondere Schwere der Schuld festgestellt. In Bezug auf den 2008 verschwundenen Schwiegersohn wurde er wegen Totschlags zu zehn Jahren Haft verurteilt. Der ältere Sohn muss wegen zweifachen Mordes eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren verbüßen, der jüngere Sohn erhielt wegen Beihilfe zum Mord eine Haftstrafe von neun Jahren.

Hier nochmal die ganze Geschichte rund um die Sontheimer Mordfälle mit allen Details aus dem Prozess vor Gericht lesen.