Sontheim/Brenz / Laura Strahl Die Gemeinde Sontheim arbeitet bei der Wasserförderung jetzt mit einem externen Partner zusammen: Um die technische Betriebsführung kümmern sich jetzt die Stadtwerke Giengen.

Die Gemeinde Sontheim macht bei der Wasserversorgung ihrer Einwohner jetzt gemeinsame Sache mit den Stadtwerken Giengen (SWG). Ein entsprechender Vertrag über die technische Betriebsführung des Sontheimer Wasserwerks wurde am 14. August von Bürgermeister Matthias Kraut und Stadtwerke-Geschäftsführer Tobias Koller unterzeichnet.

Idee entstand vergangenes Jahr

Konkret bedeutet das: Statt eines bei der Gemeinde angestellten Wassermeisters kümmert sich nun ein externer Dienstleister um die Sontheimer Wasserförderung und -versorgung. Ist also beispielsweise ein neuer Anschluss nötig oder wird im örtlichen Leitungsnetz ein Leck entdeckt, sind jetzt die SWG der richtige Ansprechpartner.

Künftig kein Wassermeister mehr

Die Überlegung, diesen Schritt zu gehen, kam im Sontheimer Gemeinderat bereits Ende vergangenen Jahres auf. Und zwar zum einen, weil die Stelle des bisherigen Wassermeisters neu zu besetzen war, da dieser eine andere Aufgabe in der Gemeinde wahrnehmen soll. Zum anderen spielten steigende gesetzliche Anforderungen zum Betrieb von Wasserwerken eine Rolle.

Wie Kämmerer Andreas Schmid auf Nachfrage erläutert, sieht man seitens der Gemeinde zudem den Vorteil einer gesteigerten Betriebssicherung. Denn freilich könnten die SWG etwa in Bezug auf Bereitschaftsdienste schon allein durch ihre Mitarbeiterzahl und Organisation punkten. Bei Störungen etwa garantierten die Giengener Stadtwerke eine 24-Stunden-Verfügbarkeit und könnten jederzeit ohne Probleme ausrücken.

Kosten: minimal günstiger

Auswirkungen auf die Kosten hat dies überraschenderweise nicht. Wie Schmid berichtet, zahlt die Gemeinde für die Leistungen der SWG rund 70 000 Euro. Damit liege man marginal unter dem Wert, der bisher für die Versorgung durch den Wassermeister angefallen ist. Darauf habe im Übrigen auch der Gemeinderat bestanden – eine Kostensteigerung durch die Kooperation mit den Giengenern war tabu.

In einer Pressemitteilung äußerte sich am Donnerstag auch Bürgermeister Matthias Kraut zu der Veränderung: „Ich bin der Überzeugung, dass kleinere Wasserwerke – wie unseres in Sontheim – nur dann bestehen können, wenn sie in ein System regionaler Partnerschaften eingebettet sind.“ Sein Medlinger Amtskollege Stefan Taglang erhofft sich durch die Umstellung technisch-qualitative Verbesserungen, beispielsweise bei der Reduzierung von Wasserverlusten. Ebenfalls zufrieden zeigte sich Bächingens Bürgermeister Roland Grandel, auch deshalb, weil die Betriebsführung für den Zweckverband auf lange Zeit nicht teurer werden soll als bisher.

Nachbarn betreiben Ortsnetz weiter in Eigenregie

Was die beiden Nachbargemeinden mit dem Vertrag zu tun haben, ist relativ leicht erklärt. Da sie mit Sontheim den Zweckverband Wasserversorgung Brenzgruppe bilden, sind sie ebenfalls von der Umstellung betroffen. Denn: In dem Verband hat Sontheim die Betriebsführung inne, die sie nun ja an die Giengener Stadtwerke abgibt. Im Unterschied zu Sontheim wollen Medlingen und Bächingen ihre jeweiligen Ortsnetze allerdings weiterhin selbst durch einen Wassermeister betreuen. Für sie geht es bei der geschlossenen Kooperation also rein um die Wasserförderung und die Verteilung über die Hauptleitungen bis zu einem Übergabeschacht ins Ortsnetz. Aus diesem Grund bleiben für die Bächinger und Medlinger Bürger auch die Gemeinden der richtige Ansprechpartner.

Die Sontheimer Bürger hingegen müssen sich bei technischen Fragestellungen künftig an die Giengener Stadtwerke wenden (Tel. 07322.96210). Ihre Rechnung erhalten sie im Normalfall aber nach wie vor aus dem Sontheimer Rathaus.

Zwei Tiefbrunnen schöpfen Wasser

Das Wasserwerk Sontheim darf man sich nicht als Gebäude vorstellen, sondern vielmehr als die Summe aller technischen Anlagen zur Förderung von Wasser. Gemeint sind damit also etwa zwei Tiefbrunnen mit Förderstation sowie Verteilungsanlagen.