Sontheim/Hermaringen / Brigitte Malisi Könnte es doch noch eine Alternative zu der weiträumigen Umleitung während der Bauzeit geben? Zumindest für Pkw wird eine Lösung diskutiert. Offen aussprechen will das bislang aber niemand.

Wenn im unteren Brenztal das Stichwort B 492 fällt, treibt das vielen Bürgern den Blutdruck nach oben. Positive Nachrichten gab es zu diesem Thema seit Langem nicht. Oder jetzt vielleicht doch? Zumindest ein bisschen?

In den jüngsten Gemeinderatssitzungen in Sontheim und Niederstotzingen ließen die Bürgermeister Mathias Kraut und Marcus Bremer durchblicken, dass es, statt der geplanten großräumigen Umleitung während der Ausbauphase, vielleicht doch eine andere Lösung geben könnte.

Offen für eine kürzere Umleitung

Über diese neue Idee hatten sich wohl bei einem Treffen im Landratsamt die Bürgermeister der betroffenen Kommunen und Vertreter des Regierungspräsidiums (RP) ausgetauscht. Wie man hört, habe sich das RP offen gezeigt für eine Lösung, bei der die Pendler zwar immer noch einem Umweg in Kauf nehmen müssten, der aber zumindest kürzer wäre.

Offenbar wird an der Idee aber noch gefeilt, denn sowohl die Bürgermeister als auch die Grünen-Bundestagsabgeordnete Margit Stumpp als auch die beiden Landtagsabgeordneten Martin Grath (Grüne) und Winfried Mack (CDU, Aalen) hatten ein weiteres Treffen im Sontheimer Rathaus.

Offiziell wird nichts gesagt

Wie die neue Lösung jetzt aussehen könnte, damit mag auch auf Nachfrage niemand rausrücken. Man kann es sogar ein bisschen verstehen, den gerade beim Thema B 492 wurde schon vieles vermeldet, das dann doch ganz anders kam: Vom angeblichen Baubeginn über die explodierten Kosten bis hin zur Umleitung, die ursprünglich ja mal auf einem Wirtschaftsweg parallel zur B 492 verlaufen sollte.

Nach HZ-Informationen soll die jetzt diskutierte Umleitung von Brenz über den Sachsenhausener Weg zur Kreisstraße führen, von dort durch Sachsenhausen und je nach Ziel weiter Richtung Hohenmemmingen und Giengen oder zurück zur B 492 (Umgehung Hermaringen).

Allerdings ist das knapp zwei Kilometer lange Stück zwischen Brenz und der Einmündung in die Kreisstraße derzeit lediglich ein Feldweg, der kaum Gegenverkehr zulässt. Für Lkw sei die neue Variante aber auch nicht vorgesehen, sie müssten den Umweg über Niederstotzingen und Bissingen in Kauf nehmen.

Bereits beliebte Abkürzung

Wenig begeistert dürften von der Aussicht auf Umleitungsverkehr sicher die Anwohner von Sachsenhausen sein, und darin könnte auch der Grund liegen, dass sich derzeit noch niemand offiziell zur alternativen Umleitungsstrecke äußern möchte.

Doch selbst wenn die Strecke nicht offiziell zur Umleitung ausgeschildert wird, werden findige Pendler sie ohnehin schnell für sich entdecken. Ortskundige nutzen die Strecke bereits, um sich die Ecke über Medlingen zu sparen.

Ab dem Frühjahr soll der Abschnitt zwischen Hermaringen und Brenz saniert werden. Anders als ursprünglich geplant, soll es während der zweijährigen Vollsperrung keine Ausweichstrecke über parallel verlaufende Wirtschaftswege geben.

Bislang noch weiträumige Umleitung vorgesehen

Bislang würde den Pendlern während der Bauzeit eine ausgewachsene Umleitung drohen: Der örtliche Verkehr würde von Brenz über Niederstotzingen, Oberstotzingen und Bissingen schließlich bei der Giengener A-7-Anschlussstelle wieder auf die B 492 bzw. die B 19 geleitet werden. Aus 9,6 würden so laut Google Maps 25,6 Kilometer, aus neun 27 Minuten werden.

Man habe diese Strecke bereits Mitte 2018 mit den zuständigen Verkehrsbehörden und unter Beteiligung der Polizei und den betroffenen Gemeinden festgelegt, hatte das RP mitgeteilt.

Wie auch immer die Umleitung nun aussehen wird: Mit der Sanierung beginnen will die Behörde nach derzeitigem Stand im Frühjahr 2020. Voraussichtliches Bauende wäre Ende 2021 – vorausgesetzt, die Arbeiten können wie geplant noch bis Ende des Jahres an eine Firma vergeben werden.