Sontheim/Brenz / Klaus-Dieter Kirschner Beim Neujahrsempfang zeigte man sich mit 2018 zufrieden. 2019 hat man unter anderem in Bezug auf Schule und Bauplätze Arbeit vor sich.

Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns“, stellte Bürgermeister Matthias Kraut beim Neujahrsempfang am Samstag fest. In Windeseile seien die 365 Tage und 8760 Stunden vergangen. Und viele hätten gespürt, dass man trotzt strukturierter Aufgabenliste eben doch nicht an jedem Tag alle Positionen abhaken könne. In seiner 50-Minuten-Rede stand der Dank am Anfang: Gemeinderat, Mitarbeiter der Gemeinde, viele Ehrenamtliche in den Vereinen, Schulen, Kirchengemeinden und Kindergärten, aber auch Zuschussgeber.

Mehr Einwohner als erwartet

Gerade die Ehrenamtlichen gäben doch so vielen Menschen erst das Gefühl, dass sie „sich in unserer Gemeinde daheim fühlen“. Dieses Gefühl der lebenswerten Gemeinde zeige die große Nachfrage nach Bauland. Im Moment sei der Vorrat an Bauplätzen für Häuslesbauer mehr als überschaubar und die Erweiterung der Baugebiete Riegele, Oberer Bogen und Watzelsdorfer Straße ganz oben auf der Agenda. Es sei das erklärte Ziel von Verwaltung und Gemeinderat, möglichst in allen drei Ortsteilen rechtzeitig Bauland bereitstellen zu können. Kraut freut es, dass die Demoskopen nicht Recht hatten. Sie sahen für 2019 insgesamt 5286 Einwohner: „Tatsächlich sind es 5465. Das leichte Wachstum hält weiter an.“

Innerorts verwirklichten und verwirklichen verschiedene Firmen Mehrfamilienhäuser mit Eigentumswohnungen. Die erfreuliche Nachfrage nach Wohnraum habe natürlich auch Folgen im Hinblick auf das Angebot zur frühkindlichen Erziehung und weiteren Kindergartenplätzen. Im Alten Rathaus entstand eine Kleinkrippe für unter Dreijährige, weitere Krippenplätze müssten realisiert werden. Angedacht sei außerdem eine Erweiterung des Franziskuskindergartens.

Trotz dieser Aussichten endet das Leben in der Brenzer Grundschule mit dem Schuljahr 2019/20 in Ermangelung von Kindern. Sontheims Schulzentrum indes ist eine große Baustelle. Wie Kraut ausführte, investiere man hier Millionen und erhalte zugleich auch Zuschüsse bei der Außensanierung in Höhe von rund 70 Prozent, bei der Innensanierung von 60 bis 70 Prozent: insgesamt 1,67 Millionen Euro. Die Arbeiten werden jetzt ausgeschrieben und im Schuljahr 2019/20 die Firmen beschäftigen.

Integration braucht mehr Zeit

Viel zu tun bleibt für Sontheim auch an dem über 40 Kilometer langen Leitungsnetz für die Abwasserentsorgung. In die Kanalsanierung müssten bis Ende 2027 rund 3,5 Millionen Euro investiert werden. Bei der Instandhaltung der Straßen muss Sontheim pro Jahr 200 000 Euro ausgeben.

Mit Marcus Weichl hatte im Mai ein Integrationsmanager die Arbeit aufgenommen. Er ist zu 60 Prozent in Sontheim, zu 40 Prozent in Niederstotzingen tätig. Allein in Sontheim wohnen 47 Flüchtlinge, darunter 22 Kinder und Jugendliche. Die meisten stammen aus dem Irak und Syrien. Kraut sprach von einer wichtigen Arbeit und befürwortete eine Verlängerung des Dienstauftrags von derzeit 24 auf 36 Monate: „Integration braucht Zeit.“

Neue Einkaufsmöglichkeiten?

Und das Hochzeitsschloss in Brenz? Der touristische Anziehungspunkt steht weiter hoch im Kurs nicht bloß bei denen, die sich dort trauen lassen. Führungen, der Tag des offenen Denkmals und auch der Internationale Museumstag lockten viele Besucher an. Die Auslastung beim Musikfestival liege nun bei 90 Prozent.

Zufrieden zeigte sich Kraut mit der Entwicklung bei der Firma Röhm und kündigte bessere Einkaufsmöglichkeiten an, nachdem beim jetzigen Rewe-Markt ein Drogeriemarkt und ein Getränkemarkt entstehen sollen. Norma baue auf dem Gelände der Baufirma Schauz und dort entstehe außerdem ein Fachmarkt. Kraut: „Wir freuen uns auf baldigen Baubeginn.“