Es ist nicht nur sommerlich warm, sondern auch ganz schön laut, an diesem Maitag auf dem Pausenhof der Sontheimer Verbundschule. Offenbar haben die Kinder und Jugendlichen gerade Mittagspause. Sie lachen, laufen herum oder unterhalten sich, wirken aufgeweckt und zufrieden, ganz normal eben.

Ob unter diesen Schülerinnen und Schülern auch schon das ein oder andere Kind aus der Ukraine ist? Ob es sich nach dem Erlebten und im neuen Umfeld hier wohl annähernd so wohl fühlt, wie die Schulkameraden auf dem Pausenhof?

Meeting Point für Geflüchtete

Klar ist jedenfalls: Besonders einer Gruppe von etwa zehn Achtklässlerinnen und Achtklässlern, Schulleiter Rainer Schulz sowie dem Integrationsbauftragten von Sontheim und Niederstotzingen ist viel daran gelegen, dass dem so ist. Deshalb gibt es an der Sontheimer Schule jetzt den sogenannten „Meeting Point“, der nun zum zweiten Mal im Schülercafé auf der anderen Seite des Schulhofs stattfand. Dabei handelt es sich um einen Treffpunkt für Geflohene aus der Ukraine, die in Sontheim untergekommen sind und der ihnen eine Möglichkeit zum Austausch, Zusammensein und Anknüpfen bieten soll. Das Angebot richtet sich an Geflohene von jung bis alt, geht also über den schulischen Rahmen hinaus.

Eine Gruppe von Schülern der Sontheimer Schule organisiert neuerdings den "Meeting Point". Einen Treffpunkt, der es aus der Ukraine geflohenen Familien, Kindern und Erwachsenen in Sontheim erleichtern soll, Anschluss zu finden.
Eine Gruppe von Schülern der Sontheimer Schule organisiert neuerdings den „Meeting Point“. Einen Treffpunkt, der es aus der Ukraine geflohenen Familien, Kindern und Erwachsenen in Sontheim erleichtern soll, Anschluss zu finden.
© Foto: Rudi Penk

„Damit die Menschen sich hier bei uns wohlfühlen können“

Wie Marcus Weichl, der Integrationsbeauftragte erzählt, war der Wunsch nach einem Treffpunkt bereits vonseiten der ukrainischen Geflohenen in Sontheim laut geworden. Da passte es gut, als auch die besagten rund zehn Schüler der Sontheimer Schule im Rahmen eines Schulprojekts eine Möglichkeit suchten, den Geflohenen etwas Gutes zu tun. Ein gemeinsames Gespräch mit Schulleiter Schulz und dem Bürgermeister Matthias Kraut war der Startschuss für die dreiwöchige Planung und Vorbereitung des ersten „Meeting Points“, der Anfang Mai stattfand.

„Unsere Hoffnung ist, dass diese Menschen sich hier bei uns wohlfühlen können und dass wir auch etwas über sie erfahren,“ so die Achtklässlerin Florentine Geyer.

Mit Hilfe von einigen Müttern und der Schulleitung haben die Schüler viel Zeit in ihre Idee investiert. Sie haben das Schülercafé geputzt und aufgeräumt, waren einkaufen und haben gebacken.

Cakepops, Cookies und Obstsalat

Und offenbar hat sich der Aufwand gelohnt: An diesem Donnerstag von 14 bis 15.30 Uhr sitzen etwa 15 ukrainische Frauen, Männer und Kinder im Schülercafé, essen die von den Achtklässlern gebackenen Cookies und Cakepops, sowie den von ihnen in der Mittagspause vorbereiteten Obstsalat. Dafür hätten die Schüler sogar ihre Mittagspause geopfert, sagt Schulleiter Schulz.

Hier zu sehen sind die am Projekt beteiligten Achtklässlerinnen Florentine Geyer, Sarah Woltke, Lana Blazevic und Noemi Petrovics sowie Schulleiter Rainer Schulz.
Hier zu sehen sind die am Projekt beteiligten Achtklässlerinnen Florentine Geyer, Sarah Woltke, Lana Blazevic und Noemi Petrovics sowie Schulleiter Rainer Schulz.
© Foto: Rudi Penk
Wie die Achtklässlerinnen Florentine Geyer, Noemi Petrovics, Sarah Woltke und Lana Blazevic berichten, sprechen die meisten der Teilnehmer englisch und deutsch. Von daher funktioniere die Kommunikation miteinander, auch wenn einige der Anwesenden, von denen viele aus dem Osten der Ukraine kommen, verständlicherweise anfangs etwas schüchtern gewesen seien.

Auch einige ukrainische Kinder sind vor Ort. Sie halten sich in der „Zappelkiste“ auf, im kinderfreundlichen Raum nebenan, der zum spielen einlädt.

Meeting Point für Geflüchtete aus der Ukraine an der Sontheimer Schule

Bildergalerie Meeting Point für Geflüchtete aus der Ukraine an der Sontheimer Schule