Sontheim/Gussenstadt / Laura Strahl Bei Gussenstadt und Sontheim wollten Landwirte am Samstag mit Bürgern über Agrarpolitik sprechen: Sie wollen mit ihren Problemen nicht alleine gelassen werden.

„Land schafft Verbindung“ nennt sich eine Bewegung, mit der Landwirte deutschlandweit auf ihren Berufsstand aufmerksam machen wollen. Auch im Landkreis Heidenheim stößt die Aktion auf Interesse: Nachdem bereits am 24. November rund 50 Landwirte mit ihren Traktoren an einer Sternfahrt teilgenommen haben, wurden am Samstag sowohl in Sontheim/Brenz als auch bei Gussenstadt Mahnfeuer gezündet.

„Wollen nicht allein gelassen werden“

Bei dieser Gelegenheit wollte man bei Getränken und Bratwürstchen mit Bürgern ins Gespräch kommen, beschreibt der Sontheimer Landwirt Volker Hörger. Und zwar über die aktuelle Agrarpolitik, bzw. Probleme, mit denen man als Landwirt zu kämpfen hat.

In Gussenstadt wurde das Mahnfeuer bereits um 17 Uhr entzündet.
© Foto: Rudi Penk

Als Beispiel nennt Hörger die aktuelle Diskussion über Naturschutz und Artensterben. „Wir wollen mit dem Thema nicht allein gelassen werden“ – nicht von der Politik, nicht finanziell und auch nicht von den Bürgern. Letztere hätten bei landwirtschaftlichen Themen vielfach Nachholbedarf, findet Hörger. Und genau deshalb wolle man sich nun Zeit nehmen, mit den Leuten zu sprechen und sie zu informieren.

Weitere Aktionen sollen folgen

Die nächste Aktion der hiesigen Landwirte soll deshalb nicht lange auf sich warten lassen. Eventuell in Niederstotzingen oder Hermaringen, sagt Hörger, wolle man sich den Fragen der Bürger stellen. „Man muss mehr schwätzen!“

Mehr als 50 Landwirte aus dem Landkreis Heidenheim haben sich der bundesweiten Protestbewegung „Land schafft Verbindung“ angeschlossen. Am Sonntag rollten die Traktoren.

Wer und was steckt hinter der Gruppe?

„Land schafft Verbindung“ wurde im Oktober 2019 als Facebook-Gruppe gegründet. Wie es auf der Homepage der Bewegung heißt, haben sich innerhalb von Stunden mehrere tausend Menschen dieser Gruppe angeschlossen. Inzwischen verzeichne man rund 15 000 Interessenten. Bei einer ersten großen Veranstaltung unterhielten sich Vertreter der Gruppe im Oktober mit den Ministerinnen Julia Klöckner (Ernährung und Landwirtschaft) und Svenja Schulze (Umwelt und Naturschutz). Am selben Tag demonstrierten Landwirten im gesamten Bundesgebiet. „Wir sind einfach Landwirte, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen wollen“, heißt es auf der Homepage. Man verstehe sich als Basisbewegung, sei unabhängig von Verbänden und wolle Gesprächsbereitschaft signalisieren.