Es wird wieder gesägt, geschnitten, Hecken, Sträucher, alte Bäume, Lebensraum für Insekten, Vögel, Unterschlupf für Kleingetier. Dann stehen da Bäume, die Schatten spenden sollen, die teilweise mehr als vier Meter vom Straßenrand entfernt stehen, bei denen keine Notwendigkeit besteht Äste bis zu einer Höhe von über fünf Meter zu entfernen, und trotzdem werden den Bäumen bis zu 25 cm dicke Äste entfernt, was, wie jetzt von den Herren Kastler und Müller bestätigt wird, den langfristigen Tod der Bäume bedeutet.

Mit Steuergeld gepflanzt

Mit unserem Steuergeld wurden die über 50 Bäume gepflanzt, Kosten von Baum und Pflanzung, locker 50 000 Euro und jetzt werden diese zu Tode geschnitten. Es werden von den zuständigen Behörden so Worte wie Lichtraumprofil und Verkehrssicherpflicht immer wieder für diese Maßnahmen als Begründung in den Raum gestellt.

Was haben wir jetzt, ein Stamm oben eine Krone und das war mal ein Baum. Ist das immer noch nicht angekommen, das große beschattende Bäume wertvoll sind für das Klima? Warum wird überhaupt so viel geschnitten? Ich kann mich noch erinnern an die Zeiten als ein Baum wachsen durfte. Auch in unserem Stadtgebiet stehen inzwischen viele geschundene Gehölze, der Anblick ist ein Jammer.

Keine Fachleute am Werk

Wir mutmaßen schon länger, dass da keine Fachleute am Werk sind. Wie sich jetzt diesen Winter gezeigt hat, wären Hecken und Sträucher an den Straßen sehr hilfreich gewesen bei den Schneeverwehungen. Aber die wurden in der Vergangenheit zum größten Teil entfernt. Auch entlang der Radwege, z.B. Heidenheim-Sontheim/Stubental gibt es keine schattenspendenden Bäume und große Sträucher.

Rasches Umdenken erforderlich

Es wird über das Artensterben und den Rückgang der Fluginsekten im Vergleich zum Jahr 1989 mit über 75 Prozent berichtet, jedoch wird weiter fleißig abgeholzt (reines Gewinnstreben), geschnitten (Grünpflege) und wertvoller Boden bebaut. Wenn hier nicht sofort ein Umdenken beginnt, dann hinterlassen wir unseren Nachkommen eine zugepflasterte, öde Landschaft. Von den Klimaauswirkungen, die wir mit verursachen, ganz zu schweigen.

Ulrike und Fritz Zerle, Heidenheim