Bei Ihrer genannten Studie von Duisburg/ Essen sollten Sie schon die gesamte Auswertung darstellen und sorgsam interpretieren. Diese Studie hat als Vergleich die Länder Schweden und Spanien genommen. Sowohl in Schweden (+3%) als auch in Spanien (+14,8%) gab es eine erhöhte Übersterblichkeit. Die von Ihnen zitierte „Untersterblichkeit“ lag in Deutschland vermutlich an der Disziplin der Bevölkerung, aber zu einen großen Teil auch an unseren gut ausgestatten Kliniken und vor allem an dem unermüdlichen Einsatz der Ärzten- innen und dem Klinikpersonal, die unser aller Lob und Anerkennung verdient. Vielen Dank! Zurück zu Ihrer Studie. Im Jahresdurchschnitt haben Sie Recht. Die Studie zeigt aber ab November 20 einen Anstieg von ca. 24% (Beginn 2. Welle). Das sollten Sie bei Ihrer Interpretation berücksichtigen, ebenso dass es, aufgrund von Ausgangsbeschränkungen und Maskenpflicht weniger Verkehrs- und Grippetote gab. Ich habe mir deshalb mal die Gruppe über 80 Jahre angeschaut, die ja am meisten betroffen war. In der Studie geht man von einem bestimmten (mir unbekannten) Anteil davon aus, dass es immer mehr über 80 jährige gibt, gleichzeitig aber auch die Lebenserwartung steigt. Trotzdem geht man in der Studie davon aus dass die 80 jährigen auch ohne Corona gestorben wären. Die Zahlen vom statischen Bundesamt entnehme ich aber dass im Schnitt zwischen 2016- 2019 ca. 521.000 Menschen über 80 gestorben sind. Im Jahr 2020 aber ca. 578.500 (+57.500). Da kann doch niemand, schon gar nicht ein Arzt, davon reden dass es sich um „Dauergetöse und Angstpropagande“ durch die Medien handelt? Ich gehe davon aus dass jeder der Verstorbenen noch einige Jahre mit seinen Söhnen, Töchter, Enkeln und Urenkeln verbracht hätte. Was sagen Sie eigentlich Ihren Patienten die dringend eine Operation z. B. aufgrund eines Herz oder Krebsleidens benötigen? Zurzeit nicht möglich aufgrund was eigentlich? Die Intensivstationen sind belegt weil sich Menschen dann doch an Ihnen orientieren und denken Corona geht vorbei, mich erwischt es ja sowieso nicht und dann doch erkranken. Ich hoffe Sie können Ihren Patienten noch in die Augen schauen. Bitte schauen Sie sich die Statistiken nochmal an, überdenken Ihre Meinung und helfen uns dass alles wieder Gut wird. Danke!

Andreas Holzwarth, Sontheim/ Brenz