Sontheim/Brenz / Klaus-Dieter Kirschner Für viele Fälle der technischen Hilfeleistung oder technischen Rettung sind viele Feuerwehren gut gerüstet. Für manche Ereignisse aber fehlt es an speziellem Gerät, das sehr teuer ist, kaum gebraucht würde und folglich in keinem Magazin bevorratet ist. Aus dem Grunde wird mitunter auf die Unterstützung durch Spezialfirmen zurückgegriffen.

Zu einem Technikseminar hatte der Kreisfeuerwehrverband Heidenheim an einen Tisch geholt, was in puncto Ladungssicherheit, Steigtechnik oder aber bei Havarien mit großen Autokränen oder speziellen Saugfahrzeugen die Arbeit der Feuerwehren unterstützen könnte. Uli Steeger, der Stellvertretende Kreisbrandmeister und Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, hatte die Günzburger Steigtechnik, die Firmen Joas (Kranfahrzeuge) und Eisenring (Rohr- und Kanalreinigung) sowie aus Heidenheim die auf Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz spezialisierte Firma ITC Graf GmbH eingeladen.

Als Referenten für den knapp einstündigen, theoretischen Teil wurden Martin Eisenring, Alexander Joas, Daniel Mack und Dietmar Mühlberger vorgestellt.

Die halbtägige Aus- und Weiterbildung eröffnete Kreisbrandmeister Rainer Spahr mit dieser Feststellung: „Die Wenigsten von uns wissen, was wirklich an Technik vorhanden ist. Am ehesten ist bekannt, welche große Autokräne zum Beispiel die Firma Joas nutzt.“ Viele Feuerwehren verfügen über Wechselladerfahrzeuge oder setzen Rollcontainer ein. Diese alle müssen entsprechend auf den Fahrzeugen verlastet sein, dass sie sich nicht selbstständig machen oder irgendwie verrutschen können. Bei einem entsprechenden Aufprall können sich solche Container, können lose Atemluftflaschen oder Aggregate in Bewegung setzen, Planen oder Bordwände durchbrechen und nicht nur bei Unbeteiligten üble Verletzungen verursachen. Interessante Problemlösungen wurden vorgestellt, teils auch in der Praxis vorgeführt.

Der Gesetzgeber hat auf entsprechende Vorfälle reagiert. Für die Ladungssicherheit ist also nicht mehr bloß der zuständig, der hinter dem Lenkrad sitzt. Haften muss auch, wer den Transport plant und in Marsch setzt und auch jener, der die Ladung mit Gurten oder anderen Möglichkeiten auf einem Tieflader, in einem Mannschaftstransporter oder einem Gerätewagen der Feuerwehr verzurrt hat. Im übrigen sei es ein Irrglaube, dass sich eine entsprechend schwere Ladung selber durch ihr Gewicht auf der Ladefläche sichert. Bei einem Aufprall mit Tempo 50 erreicht zum Beispiele eine Atemluftflasche oder ein Belüfter das 55-Fache des Eigengewichts.

Wenn auf unzureichend gesicherten Baustellen Personen verschüttet werden, kann die Firma Eisenring mit entsprechenden Saugfahrzeugen und einem großen Rüssel schneller helfen, als wenn mühsam mit Baggern das Material aus einer Baugrube herausgeholt werden kann. Bis zu einer bestimmten Körnung kann Kies oder mit Steinen durchsetztes Erdreich präzise herausgesaugt werden.

Bei Überflutungen brachten solche Saugfahrzeuge schnelle Hilfe. Die Hochdruckreiniger schaffen bis zu 500 Bar. Bei großen Bränden wäre Eisening in der Lage, bis zu 50 000 Liter Wasser in einem einzigen Tankwagen der Feuerwehr zur Verfügung zu stellen.

Das Anschlagen, Heben und Bewegen von Lasten führte die Firma Joas vor. Es wurde diskutiert, wie schnell solche Spezialfahrzeuge, die kein Blaulicht auf dem Dach haben, am Einsatzort sein können.