Sontheim/Bächingen / Klaus-Dieter Kirschner Direkt hinter der weißblauen Landesgrenze feierte der Sontheimer Albverein mit Hunderten von Gästen den 60. Geburtstag seiner Volkstanzgruppe und bekam dafür höchstes Lob aus dem Munde von Manfred Stingel, dem Kulturrat des Schwäbischen Albvereins.

Wenn es um Brauchtumspflege geht, dann sind die Sontheimer, die Brenzer, die Bächinger und die Bergenweiler ganz groß. Das zeigte sich am Mittwochabend in der proppenvollen Festhalle in Bächingen, als der Bergenweiler Hans Baur mit seiner Art urschwäbischer Moderation einen großartigen Festabend eröffnete und die Akteure fahnenschwingend einzogen. In Anwesenheit von Elfriede Hetzel, der Gauobfrau der Albvereine im Donau-Brenz-Gau, und ihres Vorgängers Dieter Eberth wurde ein richtiges Fest gefeiert. Selbst ein heraufziehendes, schweres Gewitter konnte die Festfreude nicht trüben.

Der Vertrauensmann des Albvereins Sontheim, Georg Mack, erinnerte in kurzer Rede an die Anfänge des Volkstanzes vor etwas mehr als 60 Jahren unter Leitung von Gottlob Schweigardt. Damals hatte noch die Ehefrau die Trachten genäht. 1955 schlug im Saal des Gasthauses „Lamm“ die Geburtsstunde für die Volkstanzgruppe. Sie ist längst ein Markenzeichen und ein Aushängeschild. Unter dem späteren Tanzleiter Josef Großhable wurden neue Trachten angeschafft, wobei die im Brenzer Heimatmuseum ausgestellten Kleider die Vorlage lieferten. Im Laufe der Jahre kamen eigene Musikgruppen dazu und die Schäferlauftanzgruppe aus Heidenheim, nach dem anno 2008 Heidenheims Gemeinderat aus Kostengründen den Schäferlauf wieder abgeschafft hatte.

Kulturrat Manfred Stingel überbrachte die Grüße des Hauptvereins und hatte in Vorbereitung seines Grußworts tief im Archiv des Albvereins gestöbert. Die Sontheimer würden auch „Mooshäckel“ genannt und würden das Bier dem schwäbischen Most vorziehen. Hervorragende Arbeit würde hier in der Pflege des Volkstanzes und der Musik geleistet: „Ich bin stolz auf euch“.

In lockerer Abfolge präsentierten sich die Gruppen, wobei besonders starken Beifall die Volkstanzgruppe Drahan aus Tschechien bekam. In der internatsähnlichen Einrichtung in Blansko trainieren die Volkstänzer im Alter von zehn bis 24 Jahren, unterhalten eigene Musikgruppen und Vorsänger(innen). Die Vorführungen, teils gespickt mit theaterähnlichen Spielszenen, waren sehr wohl profihaft und wurden mit stürmischem Applaus belohnt.

Zunächst waren es aber die „Schwabenengel“, die aus den Reihen des Sontheimer Albvereins kommen und mal zu viert (in Kirchen) oder zu dritt (bei weltlichen Ereignissen) auftreten und über ein ansehnliches Repertoire verfügen. Die Kindertanzgruppe Sontheim und später die Jugendtanzgruppe (mit ihren „fliegenden“ Mädels) hatten verschiedene Tänze einstudiert und zu den Klängen der jeweils eigenen Musikanten aufgeführt. Immer wieder gab es Bravorufe und langanhaltenden Beifall.

Eine Augenweide waren aber auch das Fahnenspiel und die Tänze der Volkstanzgruppe aus dem Hohenlohe Gau.