Sontheim/Brenz / Laura Strahl Im Sontheimer Gremium wurden neun neue Gesichter begrüßt und zehn verdiente Gemeinderäte verabschiedet – mit lobenden Worten.

Seit Dienstagabend ist es auch in Sontheim/Brenz offiziell: Der neue Gemeinderat ist in Amt und Würden, zu den zehn wiedergewählten Ratsmitgliedern gesellen sich ab sofort neun Neulinge. Mit Handschlag, einem Plüsch-Glücksschwein und den besten Wünschen für die Arbeit im Gremium verpflichtete Bürgermeister Matthias Kraut die neuen Amtsträger.

Das sind die Neuen

Für die FWV-Fraktion sind das Martin Honold, Martha Klaus, Sören Pürckhauer und Jens Papenfuß, für die SPD Hans-Martin Elsasser, Armin Schweigardt, Hanna Resch und Dominic Weiss sowie für die CDU Maximilian Strobel. „Wir werden nicht immer alle einer Meinung sein“, kündigte Bürgermeister Kraut an. „Vieles wäre leichter, wenn der gemeindliche Geldbeutel voller wäre.“ Und weiter: Er hoffe auf lebhafte Debatten, zielführende Entscheidungen und zukunftsfähige Projekte.

Beim Blick zurück auf die vergangene Wahlperiode fällte Kraut ein positives Fazit. So habe man viele einstimmige Entscheidungen getroffen, sich aber auch nach intensiven Diskussionen noch immer in die Augen schauen können. Jetzt aber hieß es, Abschied nehmen. „Mit Ihnen geht wahnsinnig viel Erfahrung und Wissen verloren“, stellte Kraut fest. Denn: Gemeinsam brächten es die ausscheidenden Räte auf 119 Jahre Mitgliedschaft im Gremium.

35 Jahre lang dabei gewesen

Den größten Anteil an dieser Summe hat Hans Honold (FWV). 1984 wurde er erstmals in den Rat gewählt, war während der folgenden 35 Jahre unter anderem 15 Jahre lang stellvertretender Bürgermeister und elf Jahre Fraktionsvorsitzender. „Sie sind ein Urgestein der Kommunalpolitik“, konstatierte Kraut, „von Ihrem Erfahrungsschatz haben wir profitiert“. Honold bedankte sich für die vergangenen Jahre: Die Arbeit im Gremium sei für ihn „eine gewisse Genugtuung und oft eine Freude“ gewesen.

Für 30 Jahre im Gemeinderat wurde auch Klaus Nicoletti (FWV) verabschiedet. Besonders bei betriebswirtschaftlichen Entscheidungen habe sich der Banker mit wertvollen Hinweisen eingebracht und die Verschuldung der Gemeinde stets im Blick gehabt. Jürgen Mühlberger (CDU) bringt es auf 20 Jahre im Gremium. Kraut: „Verantwortung zu übernehmen, war für Sie kein Fremdwort.“

Schnell Verantwortung übernommen

Ebenfalls verabschiedet wurde Sabine Malisi (SPD), die 2008 für Willi Häfele nachgerückt war. Als Rektorin habe sie stets die Bedürfnisse von Schülern, Eltern und Lehrern bedacht. Für fünf Jahre im Gemeinderat wurde auch Magnus Welsch (CDU) gewürdigt. 2014 sei er im Alter von 24 Jahren jüngstes Mitglied des Gremiums gewesen, habe aber schnell Verantwortung übernommen, unter anderem den Fraktionsvorsitz und die Rolle des stellvertretenden Bürgermeisters. Michael Richter (SPD), ebenfalls seit 2014 im Rat, habe sein Wissen als Rechtsanwalt eingebracht, Anja Kutschera (SPD, 2014) habe stets Bildung und Betreuung im Blick gehabt und Jochen Roge (FWV, 2014) habe sich für die gute Entwicklung der örtlichen Vereine eingesetzt.

Durch Dick und Dünn gegangen

Steffen Ullrich (SPD), 2016 nachgerückt, habe sich schnell in die Rolle des Gemeinderats eingearbeitet, genau wie der 2018 nachgerückte Hans-Georg Weber (FWV), der sich durch sachliche Argumente eingebracht habe. Mit allen zehn Gemeinderäten sei man „kommunalpolitisch durch dick und dünn gegangen“, fasste Kraut zusammen. Dabei werde oft verkannt, dass es sich bei der Arbeit als Gemeinderat um ein Ehrenamt handle, in das die Gewählten viel Zeit investierten. Dank gelte daher auch den Familien und Arbeitgebern der Gemeinderatsmitglieder.

Der Gemeinderat in Zahlen

Der neue Sontheimer Gemeinderat besteht aus 19 Mitgliedern, zehn davon zählen zur FWV-Fraktion, sieben zur SPD und ein Mitglied zur CDU.

Die Frauenquote ist im Vergleich zur vorherigen Wahlperiode gestiegen: von 30 auf 31,6 Prozent. Die Anzahl der Frauen bleibt mit sechs Gemeinderätinnen allerdings gleich. Der Anstieg erklärt sich dadurch, dass von 2014 bis 2019 aufgrund von Ausgleichsmandaten 20 Personen zum Gremium zählten.

Der Altersdurchschnitt ist gesunken: von 47,8 auf 44,2 Jahre.