Sontheim/Brenz / HZ Beim Besuch an der Sontheimer Schule sprach Andreas Stoch mit Schulleiter Rainer Schulz über die „Lernbrücke“ und klare Regeln bei der Maskenpflicht und Nachhilfebedarf am Kultursministerium.

Wie soll Schule funktionieren – im neuen Schuljahr und trotz Corona? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Besuchs von SPD-Landes- und Fraktionschef Andreas Stoch an der Grund-,Werkreal- und Realschule Sontheim. Mit dem Abgeordneten informierte sich auch Bürgermeister Matthias Kraut bei Schulleiter Rainer Schulz und Konrektorin Sabine Malisi.

Nachhilfe in den letzten beiden Ferienwochen reicht nicht

Mit der Lehrerversorgung für das kommende Schuljahr sei man insgesamt zufrieden, ließ Schulz wissen. Bis auf eine Lehrkraft seien alle wieder an der Schule präsent. Auch für die „Lernbrücke“ in den beiden letzten Ferienwochen habe man Lehrkräfte gefunden. Stoch bezweifelt allerdings, dass eine zweiwöchige Nachhilfe reicht, um das Versäumte von Monaten nachzuholen. Seine Fraktion im Landtag fordere daher ein spezielles Budget für Schulen, das ihnen eine ganzjährige Nachhilfe ermöglicht.

Nachhilfebedarf sieht man in Sontheim auch in Sachen Kommunikations- und Informationspolitik des Kultusministeriums. „Krisenmanagement muss vor allem für Akzeptanz bei den Betroffenen sorgen. Dafür müssen wir Tag für Tag vor Ort werben“, sagte Schulleiter Schulz. Es brauche daher klare Regelungen – unterschiedliche Vorgaben zur Maskenpflicht in der Grundschule und der Sekundarstufe seien in einer Verbundschule nur schwer vermittel- und umsetzbar. Insgesamt sei das Krisenmanagement ausbaubar, bestätigte Stoch. Vor allem sollte die Kultusministerin das Gespräch mit den Betroffenen suchen, so der Vorschlag des Abgeordneten.

Nicht alle Schüler konnten während des Lockdowns erreicht werden

Auch über die Zeit des Lockdowns wurde bei dem Treffen gesprochen. „Wir mussten von 0 auf 100 unsere Schule vollkommen neu denken und organisieren“, berichtete Schulz. „Alle haben sich mächtig ins Zeug gelegt, diese große Herausforderung zu meistern.“ Dabei habe man für die Schule eine digitale Cloud-Lösung gefunden und die meisten Schüler gut erreicht.

Wie Konrektorin Malisi, die schwerpunktmäßig für die Grundschule verantwortlich ist, ergänzte sei allerdings die nicht durchgehend schnelle Internetversorgung im Ort und die nicht immer ausreichende Ausstattung mit Hard- und Software in den Familien problematisch.

Stoch verwies hier auf den Digitalpakt des Bundes, der dafür Geld zur Verfügung stellt. „Das Geld muss nun zügig raus.“ Die vom Kultusministerium geforderten Medienentwicklungspläne sollten nachgereicht werden können. „Es muss eine Mischung aus Präsenz und digitalem Unterricht etabliert werden“, so der frühere Kultusminister. Eine schnelle Rückkehr zum Unterrichtsbetrieb im Herbst sehe aktuell niemand.