Der Türkisch-Islamische Kulturverein ist Opfer von Vandalismus geworden: In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurde die Fassade des Vereinszentrums an der Eichendorffstraße mit den Worten „Jesus“ und „Gott“ sowie mit Kreuzen besprüht.

Es war nicht der erste Vorfall dieser Art

Man habe Anzeige erstattet, sagt Ismail Dogan, Vorstandsmitglied des Vereins. Außerdem habe man die Sache – nach zerschossenen Scheiben im Jahr 2019 und einem anonymen Schreiben beleidigenden Inhalts im Jahr 2017/18 – öffentlich gemacht. „Wir wollten ein Zeichen setzen. Wir gehören zur Sontheimer Gesellschaft, sind zusammen aufgewachsen, zusammen zur Schule gegangen.“

Beten, Fußball schauen, Kermes feiern

Bereits seit mehr als 30 Jahren gibt es den Türkisch-Islamischen Kulturverein in Sontheim. In seinem Zentrum, einem langgezogenen flachen Gebäude, gibt es sowohl Gebets- und Waschräume als auch Platz für Jugendliche. Hier werde gemeinsam gefeiert, beschreibt Dogan, Fußball geschaut und Playstation gespielt. Und zwar nicht ausschließlich mit türkischstämmigen Jugendlichen. „Alle sind willkommen“, sagt der Sontheimer. Auch zum jährlich stattfinden Fest des Vereins: der Kermes.

Befreundete Vereine stärken den Rücken

„Wir wollen nicht, dass jemand hier einen Keil hineintreibt. Wir sind alle Sontheim“, sagt Dogan. Über die Schreiben, die man in den vergangenen Tagen von befreundeten örtlichen Vereinen und Kirchengemeinden erhalten habe, freue man sich daher besonders. „Das hat uns sehr bestärkt.“ Insgesamt zählt der Verein, der dem Dachverband Ditib angehört, rund 150 bis 200 Mitgliedsfamilien aus Sontheim, Niederstotzingen, Bächingen und der näheren Umgebung.

Die Polizei sucht Zeugen zu dem Vorfall

Die Polizei ermittelt in dem Fall und bittet um Zeugenhinweise an das Revier Giengen unter Tel. 07322.96530.