Niederstotzingen / Klaus Dammann Die Ausschreibungsergebnisse für die neue Anlage am Vogelherd zeigen, dass auf Niederstotzingen Mehrausgaben zukommen. Abstriche bei der Ausführung sollen die Steigerung in Grenzen halten.

Als sportlich und ehrgeizig kann das terminliche Ziel ohne Frage bezeichnet werden: Wenn der Archäopark Vogelherd am Mittwoch, 1. April, in die Saison 2020 startet, soll die Neuanlage eines Wasserspielplatzes im Bereich vor dem Park abgeschlossen sein. So wollen es zumindest Gemeinderat und Stadtverwaltung Niederstotzingen. Ein Baubeginn ist allerdings bisher noch nicht erfolgt.

Einer der Gründe für diese knappe Zeit liegt darin, dass das beauftragte Planungsbüro das Leistungsverzeichnis für eine Ausschreibung der Arbeiten wegen Personalengpässen erst im November 2019 fertigstellen konnte – der Ausschreibungsbeschluss des Gemeinderats reicht jedoch in den Mai 2019 zurück. Damals war von einem Kostenaufwand von etwa 94 000 Euro ausgegangen worden. Zur Ausschreibung kam es dann aber erst zum Jahresende und zu einer Angebotseröffnung Mitte Dezember.

Preise deutlich höher als geplant

Vier Firmen hatten ein Angebot für den Bau des sogenannten „Wasserkontaktpunkts“ abgegeben, der Teil des interaktionsorientierten Informationssystems im Lonetal sein soll. Bürgermeister Marcus Bremer hob in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats hervor, dass die Kosten beim günstigsten Bieter mehr als 20 Prozent über der Kostenberechnung vom Mai 2019 lägen. Dieses Angebot stammt von der Firma Strobel Garten- und Landschaftsbau aus Sontheim/Brenz und liegt bei brutto 116.142 Euro.

Landschaftsarchitekt Jürgen Ziebandt von der Arge Ziebandt-Barth zeigte sich über die Anzahl der Angebote erfreut. Der günstigste Anbieter Strobel sei ein Betrieb, mit dem sein Büro schon einige Aufträge ausgeführt habe.

„Etwas überrascht“ sei er über die preisliche Entwicklung. Die Erdbaupreise lägen jetzt höher als bei der Abfrage vor einem Jahr. Außerdem würden auch die Ausstattungselemente für den Wasserspielbereich teuer angeboten. Als Planer habe er sich aber Gedanken über Einsparungsmöglichkeiten gemacht.

Geplant seien sieben Elemente zum Anstauen von Wasser. Vor allem ein Ziehwehr sei kostspielig und könne auch durch einen Brettschieber ersetzt werden, so Ziebandt. Bei der Wasserzufuhr könne man von drei auf zwei von Kindern zu bedienende Druckpunkte reduzieren und einen einfachen, zeitgesteuerten Wasserzufluss integrieren. Schließlich sei denkbar, die vorgesehene flache Pflanzfläche von 200 auf 100 Quadratmeter zu verringern.

Einsparungen von 17.000 Euro

Diese Änderungen könnten Einsparungen von rund 17.000 Euro bringen, seien aber nur in Absprache mit dem ausführenden Betrieb zu machen. Die Firma Strobel habe hier Zustimmung signalisiert. Die Auftragssumme liege so bei knapp 100.000 Euro.

Stadtrat Karl-Heinz Hirschbolz erkundigte sich, ob Teile der Arbeiten durch Auszubildende der ortsansässigen Firma Husqvarna gemacht werden könnten. Der Bürgermeister antwortete, dass die Ausschreibung in diesem Fall aufgehoben werden müsste. Es würden neue Gespräche notwendig und so käme es zu Verzögerungen.

Ein Baubeginn sei Mitte Februar denkbar, habe das Bauunternehmen mitgeteilt, sagte der Planer. Er sei zuversichtlich, dass der „Wasserkontaktpunkt“ bis zur Saisoneröffnung des Archäoparks fertig wird, wenn auch vielleicht die Rasenfläche noch nicht so weit sei. Bürgermeister Bremer fügte an, dass die Witterung der nächsten Wochen eine Rolle bei der Ausführung der Arbeiten spielen werde. Stadtrat Theodor Feil wies nochmals darauf hin, dass die Fertigstellung bis zum Saisonstart wichtig sei.

Die Stadt werde auch noch einen Förderantrag für den am Wasserbereich vorgesehenen Sonnenschutz über das Regionalbudget bei Leader stellen, so Bremer. Die Vergabe der Arbeiten erfolgte dann einstimmig zum Preis von 116 142 Euro an die Firma Strobel, mit der noch über die erwähnten Einsparungen verhandelt werden soll.

Die Planung für den Wasserspielbereich vor dem Archäopark bei Stetten nimmt weiter Gestalt an. Bis zur Saison 2020 soll die bauliche Umsetzung fertig sein.

Mittels Augmented Reality sollen Besucher ab der Saison 2020 über Tablets und Smartphones die Welt der Eiszeit in Stetten ob Lontal lebendig werden lassen können.

Infosystem soll 2020 an Start gehen

Wie der Stand der Dinge beim restlichen Informationssystem für das Lonetal ist, erkundigte sich Niederstotzingens Stadtrat Theodor Feil bei der Verwaltung. Vieles wie etwa die bekletterbaren Holztiere seien in Vorbereitung zur Ausschreibung, sagte Bürgermeister Marcus Bremer. Mit der Ausschreibung der Beschilderung für die Themenplätze würden sich die beteiligten Kommunen beschäftigen. Texte dafür seien vorbereitet. „Ich hoffe, dass wir dieses Jahr das System haben“, so Bremer. Es seien eben viele Kommunen und Behörden daran beteiligt.