Eine temporäre Veränderung bei den in der Schatzkammer des Archäoparks Vogelherd ausgestellten eiszeitlichen Originalfunden steht bevor: Anstelle der Mammut-Schnitzfigur wird ab 13. Juli eine Löwenfigur gezeigt.

Am Montag, 12. Juli, wird das Mammut nach Berlin transportiert, um in der Ausstellung „Schrecklich schön. Elefant – Mensch – Elfenbein“ vom 20. Juli bis 28. November 2021 im Humboldt Forum präsentiert zu werden. Danach kehrt es wieder an den Vogelherd zurück.

Dank der positiven Zusammenarbeit mit der Universität Tübingen und dem Museum der Universität bekommt der Archäopark für die Dauer der Abwesenheit des Mammuts einen anderen Originalfund aus der Vogelherdhöhle als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Bei dem Exponat handelt es sich ebenfalls um eine Tierfigur, die aus Mammutelfenbein hergestellt wurde und 40 000 Jahre alt ist. Die Figur misst 6,5 Zentimeter und zeigt einen massigen Körper mit kräftiger Schulterpartie und einem nach vorne gestreckten Hals.

Doppelt außergewöhnlich

Dieses Exponat ist im doppelten Sinne außergewöhnlich: Während der Körper des Tiers bereits während der Grabungskampagne 1931 gefunden wurde, kam der Kopf erst bei den Nachgrabungen der Universität Tübingen 2012 zu Tage.

Der zweite Aspekt, der das Exponat ungewöhnlich macht, ist, dass noch immer darüber diskutiert wird, was für ein Tier dargestellt ist. Aufgrund des massigen Körpers sprach der Ausgräber Prof. Gustav Riek 1931 von einem Höhlenbär. Die Körperhaltung, die ein schleichendes Tier darstellt, widerspricht allerdings dieser Theorie und macht eine Deutung als Löwe plausibler.

Am Hals weist die Figur tiefe Linien auf, die den Aalstrich symbolisieren, der bei heutigen Löwen am Rücken sichtbar ist und auch für Höhlenlöwen angenommen wird. Der massige Körperbau könnte auf einen männlichen Löwen hindeuten. Wer sich selbst eine Meinung dazu bilden möchte, kann die Figur ab 13. Juli im Archäopark anschauen.