In Niederstotzingen bleiben die Straßen nachts dunkel, im Archäopark Vogelherd ist die Stimmung düster – insbesondere seit der Gemeinderat beschlossen hat, den Themenpark zu schließen. Doch jetzt, kurz vor Weihnachten, kommt ein Funken Hoffnung auf. Die Stefan-Doraszelski-Stiftung setzt sich mit einer Spende für den Erhalt des Archäoparks ein. Am Freitag unterschrieben Stefan Doraszelski und Hermann Mader, der Vorsitzende des Fördervereins „Eiszeitkunst im Lonetal“, eine entsprechende Vereinbarung. 75.000 Euro stellt die Stiftung dem Verein zur Verfügung, dieser Betrag wird in zehn Jahresraten von je 7500 Euro bezahlt werden.

75.000 Euro, aufgeteilt in zehn Jahresraten, spendet die Stefan-Doraszelski-Stiftung dem Archäopark.
75.000 Euro, aufgeteilt in zehn Jahresraten, spendet die Stefan-Doraszelski-Stiftung dem Archäopark.
© Foto: Markus Brandhuber

Der Anlass mag traurig sein, die Botschaft dafür umso schöner. Und wie es dazu kam, ist fast schon ein klein wenig kurios: Ein „Freudscher Versprecher“ von ihm hat laut Stefan Doraszelski die Höhe der Spende bestimmt – doch bei dieser Summe will er nun auch bleiben. Selbstverständlich ist der Archäopark damit noch nicht gerettet. „Die Grundidee ist, dass das ein Anstoß für weitere Spenden und weitere Spender sein soll“, erläutert Doraszelski.

Hermann Mader zeigt sich beglückt: „Das ist ein wunderbares Signal – das erste große Signal nach diesem Tiefschlag.“ Auch er sei sich bewusst, dass die Spende der Stiftung nur ein Anfang und nicht die alleinige Rettung sein kann. „Doch ich bin der festen Überzeugung, dass es irgendwie weitergeht.“ Für das Land Baden-Württemberg hat er hingegen wenig warme Worte übrig. Mit der Auszeichnung der Vogelherdhöhle als Welterbestätte sei das Land eine Verpflichtung eingegangen und die verkenne es bis zum heutigen Tage. Mader hofft, dass das Signal durch die Spende auch in Stuttgart ankommt.

Bedingungen für Spende an Archäopark

Der Betrag, den die Stefan-Doraszelski-Stiftung an den Park spenden will, ist an bestimmte Hoffnungen und auch Bedingungen geknüpft. So hoffen sowohl die Stiftung als auch der Förderverein, dass das Original des kleinen Mammuts weiterhin an seinem Fundort ausgestellt werden wird. Darüber hinaus verpflichtet sich der Förderverein, den Archäopark auch weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

„Eiszeitkunst im Lonetal“ wird seine Vereinsaktivitäten im kommenden Jahr fortführen, natürlich nicht zwangsläufig im Archäopark selbst. Unter anderem soll 2023 die Musik der Eiszeit im Fokus stehen. Im Sommer soll es zudem eine Ausstellung in den Schloss Arkaden in Heidenheim geben, bei denen Künstlerinnen und Künstler der heutigen Zeit versuchen, Kunst der Eiszeit zu imitieren.

Dieses optimistische Programm sieht Hermann Mader auch durch den Zuwachs von neuen Mitgliedern des Fördervereins bestätigt. „In diesem Jahr haben wir so viele neue Mitglieder dazugewonnen wie noch nie zuvor – vor allem, seit die Schließung des Archäoparks verkündet wurde.“ Den Entscheidern, also dem Niederstotzinger Gemeinderat, nimmt der Vorsitzende jenen Beschluss nicht übel: „Wir respektieren und akzeptieren die Entscheidung des Gremiums.“ Wie viel Geld durch Spenden aufgebracht werden müsste, um den Archäopark effektiv weiterzubetreiben, dazu möchte sich Mader selbst nicht äußern. „Zahlen sind Sache der Stadt Niederstotzingen. Aber ich bin sicher, dass es stemmbar ist.“