Im Rahmen einer parlamentarischen Anfrage hat der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Stoch die Landesregierung aufgefordert, sich zur Zukunft des gefährdeten Archäoparks Vogelherd zu äußern. Stoch: „Seit gut einem Jahr ist bekannt, dass die Stadt Niederstotzingen und der Förderverein Eiszeitkunst im Lonetal diese Welterbe-Stätte nicht mehr alleine schultern können. Doch seither hüllt sich das Land in Schweigen. Das müssen wir beenden.“

In der Anfrage, zu deren Beantwortung die Landesregierung gesetzlich verpflichtet ist, geht es um die bisher ausgeblieben Angebote des Landes ebenso wie um die Frage, was das Land für den Fall plant, dass die bisherigen Betreiber den Archäopark Ende kommenden Jahres schließen, falls es keine finanziellen Hilfen gibt. Stoch will auch wissen, ob eine Schließung des Archäoparks nicht Auswirkungen auf den Status der Eiszeitkunst als Welterbe haben würde.

Bereits 2018 hatte sich Stoch bei der Landesregierung für den Archäopark stark gemacht. Nun will Stoch wissen, ob das Land bei seiner damaligen kategorischen Weigerung bleibt, den Archäopark durch die Landesdenkmalpflege zu unterstützen oder die Anlage durch den Landesbetrieb „Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg“ (SSG) zu betreiben. „Ich will auch wissen, in welchem Verhältnis die rund 600 000 Euro laufender Jahreskosten für den Archäopark zu den gewaltigen Budgets bei Landesdenkmalpflege und SSG stehen“, so Stoch.

Kein Cent im Haushalt?

Ganz konkret will Stoch auch wissen, ob sich die grün-schwarze Regierungskoalition an ihre eigenen Versprechen hält: „Im Koalitionsvertrag vom Mai steht ausdrücklich, dass die Landesregierung archäologische Fundorte insbesondere im Zusammenhang mit dem Unesco-Weltkulturerbe stärker in die Kultur- und Forschungsarbeit des Landes einbinden wird.“ Im jetzt vorgelegten Haushaltsentwurf habe er aber noch keinen Cent für den Vogelherd gefunden.

Stoch: „Das Land schmückt sich gerne mit dem Welterbe-Titel und plant schon heute Millionen für künftige Kelten-Schauen ein. Es kann nicht sein, dass man dem Archäopark nicht einmal ein bisschen unter die Arme greifen will. Und es kann schon gar nicht sein, dass man diesen Skandal einfach schweigend aussitzen will.“