Der Gemeinderat der Stadt Niederstotzingen spricht sich gegen Geschwindigkeitsbegrenzungen aus, obwohl nicht nur von den Anwohnern der Ortsduchfahrt mehr Rücksicht auf Kinder und Senioren im Straßenverkehr gefordert wird.

Man gewinnt den Eindruck, keiner der Fraktionssprecher und auch nur wenige der Damen und Herren Gemeinderäte waren jemals zu Fuß unterwegs entlang der Oberstotzinger Straße. Trotz eingebauter Geschwindigkeitsbremse in Form eines Fahrbahnkreises donnert hier der Verkehr sehr zügig hinab Richtung Nie-derstotzingen, und nicht erst seit dieser Bereich als Umleitungsstrecke dient.

Kein Verständnis für Entscheidung

Wer dort schon mit einem Kind an der Hand oder als älterer Fußgänger unterwegs war, hat kein Verständnis für die jetzt getroffene Entscheidung des Gemeinderats. Für die Überquerung der Straße vom Wohngebiet zu den Verbrauchermärkten gibt es weder Fußgängerampel noch Zebrastreifen. Man schaut, wie man am besten über die stark befahrene Durchgangsstraße kommt.

Und wenn schon nur eine stationäre Geschwindigkeitsmessanlage, dann wäre diese im Bereich vor dem Ortseingang Niederstotzingen sinnvoller platziert. Am Ortseingang von Oberstotzingen sorgen die Straßenverengung und die Bushaltestelle für eine Verlangsamung des Ver-kehrs.

Nach Sicherheit wird nicht gefragt

Die von den Fraktionen vorgetragenen Argumente kann man nur mit Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen. Nicht einmal an der Schule wird eine Geschwindigkeitsreduzierung für notwendig erachtet. Die Hauptargumente richten sich gegen Lärm, von einer Gefährdung des Fußgängerverkehrs ist keine Rede. Es wird nach den Kosten der Beschilderung gefragt, die Sicherheit der Fußgänger bleibt unerwähnt. Warum sollte man jetzt eine Geschwindigkeitsbeschränkung einführen, wenn man doch schon in der Vergangenheit dagegen war. Das ist mehr ein starkes Stück als ein starkes Argument.

Räte gegen Argumente des Bürgermeisters

Jetzt greift die Stadtverwaltung mit Bürgermeister Bremer dankenswerterweise dieses Problem mit durchdachten Lösungsvorschlägen endlich auf und die Vertreter der Bürgerschaft bügeln diese hinunter. Dann waren die bisherigen Argumente gegen eine Geschwin-digkeitsbegrenzung, welche man als Bürger bisher zu hören bekam, nämlich man sei nicht zuständig, offensichtlich nur Scheinargumente.

Heinz Probst, Niederstotzingen