Niederstotzingen / Klaus Dammann Die Feinplanung mit den drei Themenwegen zur Eiszeitkunst liegt jetzt vor. Gegenüber dem Grobkonzept ergibt sich auch für Niederstotzingen eine Kostensteigerung.

Rammingen, Öllingen und Asselfingen haben als beteiligte Kommunen schon zugestimmt, am Mittwochabend war die Reihe an der Stadt Niederstotzingen. Im Gemeinderat wurde die Feinplanung für das Interaktionsorientierte Informationssystem zur Eiszeitkunst im Lonetal vorgestellt, das in enger Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt für den Unesco-Welterbebereich entwickelt wurde.

Bürgermeister Marcus Bremer wies darauf hin, dass sich gegenüber dem bisherigen Grobkonzept auch Mehrkosten ergäben. Allerdings habe man einen Lösungsvorschlag dafür gefunden, der diese Kosten für die Kommunen deutlich reduziert. Wesentlicher Teil sei hier ein Förderantrag bei Leader, um den sich federführend die Gemeinde Asselfingen kümmere.

Diplomingenieur Detlef Barth von der mit der Ausarbeitung des Konzepts betrauten Arbeitsgemeinschaft Ziebandt-Barth aus Asselfingen erläuterte die Feinplanung. Vorgesehen seien drei Themenwege mit jeweils eigenem Schwerpunkt an Erkenntnissen, die den Besuchern durch Informationen und Spielangebote vermittelt werden sollen. Als Zielgruppe nannte er vor allem Familien mit Kindern.

Die Vogelherd-Runde

Der für Niederstotzingen maßgebliche Pfad ist die Vogelherd-Runde mit einer Länge von etwa 6,2 Kilometern – zugleich der längste der drei Wege. Hier sei das Thema Höhle/Land/Fluss. Es gehe an den verschiedenen Stationen unter anderem um Landschaft, Lebensumstände, Landnutzung und Tierwelt.

Die Vogelherd-Runde beginne am Parkplatz zwischen Bissingen und Stetten, so Barth. Hier würden grundlegende Informationen gegeben. Als Blickfang solle ein lebensgroßes Mammut aus Spezialstahl aufgestellt werden. Um die Paläo-Umwelt und Tiere drehe sich die nächste Station, wo ein bekletterbarer lebensgroßer Moschusochse aus Holz seinen Platz haben solle.

Um Jagd und Waffen in der Steinzeit werde es an der folgenden Station gehen, bei der ebenfalls eine Spielgelegenheit geplant sei. Erneut mit eiszeitlichen Tieren solle sich der nächste Punkt befassen, bei dem als lebensgroßes Klettertier ein hölzerner Riesenhirsch dienen soll, schilderte der Planer. Entsprechend sehe es danach mit einer Rentier-Figur aus. Ressourcennutzung von Materialien der Steinzeit folge als eine weitere thematische Etappe.

Schließlich erreiche man den Archäopark Vogelherd, wo ein Wasser-Kontaktpunkt angelegt werden soll, dessen Becken die Form des Lonetals wiedergibt. Drei Stellen würden die Lonetalhöhlen Vogelherd, Hohlenstein und Bockstein symbolisieren. Hinzu kämen Sitzgelegenheiten.

Standort Wasserbereich

Zwischenzeitlich sei überlegt worden, den Wasser-Kontaktpunkt ins Innere des Archäoparks zu legen, sagte Barth. Das Denkmalamt habe sich aber gegen den möglichen Standort ausgesprochen. Daher sei nun ein Bereich außerhalb des Parks, gleich rechts vom Haupteingang vorgesehen. Zum Schutz des Wasserbereichs könne dieser später eventuell auch noch eingezäunt werden, fügte der Planer an.

Die vorgelegte Planung sei mit Behörden, Privatwaldbesitzern und Kommunen abgestimmt, so der Bürgermeister. Mehrkosten seien in der jetzigen Vorplanung durch Wegebau und die Holzklettertiere entstanden. Lagen die Gesamtkosten nach dem Grobkonzept bei 378 000 Euro, von denen die Hälfte das Land Baden-Württemberg trägt, und nach Aufteilung des Rests unter den beteiligten Kommunen Asselfingen, Öllingen, Rammingen und Herbrechtingen für Niederstotzingen 74 500 Euro angefallen wären, so betrage der Gesamtbetrag jetzt 538 000 Euro. 154 500 Euro davon wären von Niederstotzingen aufzubringen.

Die 160 000 Euro an Mehrkosten insgesamt wolle man aber im Wesentlichen durch einen Regionalzuschuss von 50 000 Euro decken, der zugesagt sei, sowie eine zu beantragende Leader-Förderung von 80 580 Euro. Damit käme auf Niederstotzingen am Ende ein Eigenanteil von 89 118 Euro zu.

Mittelfristig könne der Wasserbereich vielleicht mit einer Schleife in den Archäopark eingebunden werden, meinte Barth auf eine Nachfrage von Stadtrat Manfred Roth, der die Meinung des Landesdenkmalamts zum Standort kritisiert hatte. Der Bürgermeister sagte, dass dann gleich ein neuer Themenplatz Wasser für den Park entstehen sollte. Es sei mit den anderen Kommunen abgesprochen, dass die Arbeiten am Vogelherd Vorrang haben sollen.

Zum Realisierungszeitplan sagte Bremer, dass vor April wohl nicht damit zu rechnen sei. „Aber wir schauen, dass wir das am Archäopark beschleunigen.“

Die Stadträte billigten dann jeweils einstimmig die Vorplanung, den Finanzierungsschlüssel und die Beantragung der Leader-Fördermittel.

Die anderen Themenwege

Die Hohlenstein-Runde soll rund 3,8 Kilometer lang werden und sich mit den Leitthemen Spiritualität sowie Tier/Mensch befassen. Hier geht es um Schamanismus, Religion und die Leitfigur Löwenmensch, außerdem um die Begegnung Neandertaler – moderner Mensch.

Die Bockstein-Runde wird nur 0,9 Kilometer lang werden und beschäftigt sich mit dem Leitthema Überleben sowie dem Leitobjekt des Bocksteinmessers. Ferner soll hier auch das Leben der Neandertaler informativ behandelt werden.