Über Einsparmöglichkeiten bei der Energie diskutierte der Niederstotzinger Gemeinderat in der vergangenen Sitzung. Bürgermeister Marcus Bremer hatte vorgeschlagen, die Straßenbeleuchtung in der Zeit nachts von 0.30 bis 4.30 Uhr abzuschalten. Der Zugverkehr ende um 23.30 Uhr, die Zeitungsausträger begännen ihre Arbeit um 4.30 Uhr, so dass dem demit einhergehenden Fußgängerverkehr in den Straßen Rechnung getragen werden könne.

Mit dem Vorschlag solle unabhängig von den Kosten ein Beitrag geleistet werden, bekundete Bremer, der sich auch in diesem Punkt in regem Austausch mit dem Landkreis befindet. Die zeitweise Abschaltung wurde vom Roten Kreuz und von der Feuerwehr als unproblematisch empfunden, da aufgrund der Erfahrungen anderer Kommunen nichts dagegen spreche. Es wäre dann lediglich ein Laternenring anzubringen an den dunkel bleibenden Lichtquellen, damit das Risiko etwa für parkende Autos eingeschätzt werden könne.

Leuchtenringe an Laternen anbringen

Über das Für und Wider entwickelte sich ein reger Austausch. Theodor Feil, Fraktionsvorsitzender der SPD, erkundigte sich nach dem Aufwand im Hinblick auf Nachrüstung der Zeitschaltuhren sowie den Kosten der Laternenringe, die, wie Bremer ausführte, bei rund 150 Euro pro Uhr liegen. Der Bauhof wäre etwa eine Woche damit beschäftigt, die Laternenringe anzubringen. Feil sprach auch die Haftung etwa bei Baustellen an, die dann nicht ausgeleuchtet seien. Auch Simone Schindler (SPD) wollte wissen, ob denn da in Bezug auf Haftung etwas auf die Stadt zukommen könne.

Spaltung befürchtet

Bernd Hegele, der Fraktionsvorsitzende der CDU, wandte ein, die Nachtabschaltung werde dann von Dauer sein, wenn der Bauhof jetzt die Arbeiten vornimmt. Er stellte zwar die rhetorische Frage, ob langfristig wirklich „Festbeleuchtung“ notwendig sei, hätte sich dazu aber ein dezidiziertes Konzept gewünscht. Er befürchtete auch eine mögliche Spaltung in der Bürgerschaft: „Der eine hat dann Straßenbeleuchtung, der andere nicht.“

Bremer verwies darauf, dass sich in anderen Kommunen, die bereits Straßenbeleuchtung abgeschaltet haben, Straftaten wie Einbruch oder Diebstahl nicht vermehrt hätten. Wie mit Stolperfallen und Gefahrensituationen umzugehen sei, müsse sicher abgeklärt werden. Er war aber dennoch dafür, den grundsätzlichen Beschluss zu fassen und dann die Entwicklung zu beobachten: „Wir können nicht sämtliche Risiken ausschließen, sollten aber dennoch der augenblicklichen Lage Rechnung tragen.“

Befürwortet wurde der Vorschlag von der BWI-Fraktionsvorsitzenden Marianne Nikola: „Wir von der Bürger- und Wählerinitiative sprechen uns dafür aus, dass man das versucht.“ Das wurde denn auch mehrheitlich mit 15 Für- und drei Gegenstimmen beschlossen.

In diesem Zuge wurde auch die Weihnachtsbeleuchtung angesprochen. Bremer schlug vor, die bisherigen Giebelbeleuchtungen und diejenigen an den Weihnachtsbäumen beizubehalten, allerdings lediglich bis zum 27. Dezember. Die vorweihnachtliche Stimmung solle jedoch durch die entsprechende Beleuchtung unterstrichen werden. „Wir leisten ja bereits einen Beitrag durch die Nachtabschaltung“, pflichtete Uli Lindenmayer (CDU) bei. Einstimmig wurde daher beschlossen, die Weihnachtsbeleuchtung in etwas eingeschränkter Form beizubehalten. Bremer wünschte sich noch, dass hier mit Handel und Gewerbe eine Linie gefahren werde, wobei dies nicht vorgegeben werden könne.

Landkreis Heidenheim

Der Lichterglanz in der Adventszeit


Die Weihnachtsbeleuchtung in Niederstotzingen soll künftig wie bisher von Einbruch der Dunkelheit bis 22 Uhr und ab 6 Uhr bis es hell wird brennen. Allerdings will man die Beleuchtung aber nur bis zum 27. Dezember laufen lassen.