Im Ringen um die Zukunft des Archäoparks Vogelherd im Niederstotzinger Teilort Stetten ob Lontal fordert die SPD-Landtagsfraktion, jährlich ein Budget von einer Million Euro für das Eiszeitkunst-Welterbe in den Landeshaushalt einzustellen. Den entsprechenden Änderungsantrag werde die SPD im Dezember direkt in den Landtag einbringen, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Wahlkreisbüro des SPD-Fraktionschefs und Heidenheimer Landtagsabgeordneten, Andreas Stoch.

„Wir wollen gleich zwei unhaltbare Zustände beenden“, sagt Andreas Stoch. „Erstens muss das Land Baden-Württemberg endlich zur Verantwortung für seine Welterbe-Eiszeitkunst stehen, und das in ernst gemeintem Ausmaß. Und zweitens muss Schluss sein mit dem billigen Versuch, die Eiszeitkunst-Standorte im Alb-Donau-Kreis und im Kreis Heidenheim auseinanderzudividieren.“

Ganz bewusst hat Stoch den Antrag darum gemeinsam mit seinem Ulmer Fraktionskollegen Martin Rivoir abgestimmt. „Eine Million Euro pro Jahr wäre ein angemessener Betrag, um die Welterbestätten sowohl in Ulm wie in Niederstotzingen zu sichern“, ist sich Stoch sicher.

Im Finanzausschuss gescheitert

Bei den Vorbereitungen im Finanzausschuss des Landtags wurde der Änderungsantrag seitens der Regierungsfraktionen Grüne und CDU erwartungsgemäß abgelehnt, weshalb er nun Mitte Dezember bei der zweiten Beratung des Doppelhaushalts direkt im Landtag beraten wird.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Stoch.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Stoch.
© Foto: Archiv/Sabrina Balzer

Für Stoch kein schlechter Zeitplan: „Die grün-schwarze Landesregierung träumt immer noch davon, dass sie für den Archäopark nichts bezahlen muss. Und sie wird vielleicht erst aufwachen, wenn die Stadt Niederstotzingen wirklich den Stecker zieht.“ Dann, so Stoch, werde mindestens das weltweite Echo in Fachkreisen noch einmal aufrütteln.

Für eine Ablehnung der Finanzierung durch die Landesregierung gibt es für Stoch keinerlei Gründe: „Seit Monaten spülen allein die gestiegenen Energiepreise und die Inflation Milliarden an zusätzlichen Steuereinnahmen in die Kasse der Landesregierung. Im Moment dauert es nur ungefähr drei Stunden, bis in Stuttgart eine zusätzliche Million Euro zusammengekommen ist. Und da will man uns weismachen, man habe keine Million für ein ganzes Jahr Welterbe übrig? Das kann niemand glauben!“