Oberstotzingen / HZ

Zusammen mit dem Oberstotzinger Steinmetz Willy Groll hat der katholische Dekan Dr. Sven van Meegen eine Trauer- und Auferstehungsstele entworfen, die am Samstag, 30. November, im Rahmen des Gottesdiensts um 18.30 Uhr zur Eröffnung des neuen Kirchenjahrs auf dem Oberstotzinger Friedhof eingeweiht werden soll.

„Trauerbewältigung fällt in der heutigen Zeit vielen Menschen immer schwerer, weil zu wenig Netzwerke da sind, oftmals das Wissen um Sterben, Tod und Trauer fehlt und der Tod zu einem Tabuthema gemacht wird“, so der Dekan. In Oberstotzingen sei deshalb schon vor über einem Jahr ein Konzept erarbeitet worden, wie man diesem Problem begegnen kann. Eingeflossen in die Überlegungen sei der Aspekt des Umgangs mit Trauernden, die einen Ort brauchen, an dem sie eine Kerze entzünden, schweigen und beten können.

Die Stele ist aus Auerkalk, zwei Meter mal 70 Zentimeter mal 20 Zentimeter groß und rundherum satiniert. In die Stele wurden sieben Laternen handwerklich integriert – „sieben als die Vollkommenheitszahl und die sieben Sakramente der katholischen Kirche, die den ganzen Lebensweg begleiten“, so van Meegen. Da die Trauer zwei Seiten habe, seien Vorder- und Rückseite der Stele mit Worten wie Glaube, Auferstehung, Trauer und Sorge bewusst unterschiedlich gestaltet. Die größte Laterne, die direkt beim Wort Liebe installiert wurde, verbinde beide Seiten der Stele miteinander.

Steinmetz Willy Groll beziffert die komplette Arbeitszeit für die Stele auf über 180 Stunden. Die meiste Zeit arbeiteten zwei Steinmetze und Bildhauer an der Stele, die auf einer markanten Grünfläche auf der linken Seite neben dem Haupteingang der St.-Martinus-Kirche im Freien auf dem Friedhof steht.

In den Laternennischen können die Trauernden Kerzen entzünden, die zum Selbstkostenpreis angeboten werden. Groll und sein Team haben die gesamte Arbeitszeit ehrenamtlich aufgebracht, um auf diese Weise einen Beitrag zur Bewusstseinsbildung in der Trauerarbeit zu leisten.