Oberstotzingen / Gerhard Stock Spektakuläre Aktion der Polizei am Sonntagabend, 30. August, auf der Straße beim Gasthaus Hirsch: Beamte schlagen die Seitenscheiben eines observierten Autos ein und machen fünf junge Männer aus dem Landkreis Günzburg als mutmaßliche Drogenkonsumenten dingfest.

Den Pkw, nach dem gesucht worden war, hatten die Einsatzkräfte schon länger im Blick und stellten ihn schließlich gegen 20 Uhr im Kreuzungsbereich Stettener-, Niederstotzinger und Ulmer Straße. Dieses nicht alltägliche Ereignis bekamen viele Leute, die wegen des Lindenfestes in Niederstotzingen unterwegs waren, natürlich mit und schnell machte die Nachricht vom vermeintlichen Einsatz eines maskierten Sonderkommandos (SEK) der Ordnungshüter die Runde.

Die mit dem Einschlagen der Scheiben verbundenen Berst- und Knallgeräusche gaben zudem Anlass zu der Annahme, es seien bei dem Zugriff auch Schusswaffen verwendet, eine oder gar mehrere Scheiben durchschossen worden. „Das hat schon heftig ausgesehen“, räumt auf Nachfrage Pressesprecher Björn Bartel vom zuständigen Polizeipräsidium Schwaben Süd/West ein.

Von Schusswaffen sei allerdings kein Gebrauch gemacht worden, weder von Seiten der Polizei noch durch die Insassen des Fahrzeugs. Auch habe es sich bei den Beamten vor Ort nicht um Mitglieder eines klassischen Sondereinsatzkommandos gehandelt, sondern um Zivilbeamte der Kriminalpolizei, verstärkt durch Anti-Drogen-Kräfte. Und die trugen auch zum Schutz ihrer Identität bei dem Einsatz Sturmhauben.

Im Niederstotzinger Teilort Oberstotzingen waren Beamte der Kriminalpolizei Neu-Ulm aktiv. Ihr Auftrag: Kontrolle eines Pkws mit fünf Insassen. Die Aktion war in die Wege geleitet worden, weil, so der Polizei-Pressesprecher, es Hinweise darauf gab, dass die jungen Männer Betäubungsmittel aus den Niederlanden einführen wollen.

Die fünf Fahrzeuginsassen im Alter von 18 bis 21 Jahren aber ließen sich nicht so ohne Weiteres kontrollieren, kurbelten alle Fenster hoch bis zum Anschlag und verriegelten die Türen. Wovon sich wiederum die Einsatzkräfte der Polizei nicht wirklich aufhalten ließen und die Seitenscheiben des Fahrzeugs einschlugen. Hierbei, so die Polizei, sei niemand verletzt worden, wenn auch die Aktion natürlich nicht in aller Stille vor sich ging.

Ob sich der Aufwand gelohnt hat? Als sie das aufgebrachte Fahrzeug der aus dem Landkreis Günzburg stammenden Männer unter die Lupe nahmen, fanden die Polizeibeamten gerade mal sechs Gramm Marihuana sowie ein Gramm Haschisch und stellten beides sicher. Festgestellt wurde außerdem, dass der 18-jährige Fahrer offensichtlich unter dem Einfluss von THC (Tetrahydrocannabinol = Wirkstoff der Cannabis-Pflanze) stand. Er musste sich deshalb einer Blutentnahme unterziehen.

Wie zackig es bei dem herzhaften Polizeieinsatz im sonst so beschaulichen Oberstotzingen plötzlich zur Sache gegangen sein muss, verdeutlicht auch ein kleiner Vorfall am Rande: Ein möglicherweise nicht ausreichend gesichertes Dienstfahrzeug machte sich an der abschüssigen Straße selbstständig, rollte los und touchierte ein Motorrad, das umstürzte.